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Ukraine-Botschafter macht Merkel schwere Vorwürfe: „Niemand war so nah an Putin dran wie sie“

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Von: Cindy Boden

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Andrij Melnyk, Botschafter der Ukraine, und Ex-Kanzlerin Angela Merkel (Montage)
Andrij Melnyk, Botschafter der Ukraine, und Ex-Kanzlerin Angela Merkel (Montage) © Carsten Koall/Michael Kappeler/dpa

Der ukrainische Botschafter ist derzeit bekannt für seine harten Ansagen an deutsche Politiker. Auch zu Angela Merkel hat er einiges zu sagen.

Berlin - Nicht nur Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bekommt aus der Ukraine viel Kritik zu hören. Auch gegen Ex-Kanzlerin Angela Merkel werden schwere Vorwürfe erhoben. Auf die Interview-Frage in der Süddeutschen Zeitung, ob sie den Krieg hätte verhindern können, antwortete der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk: „Ich glaube schon. Wir haben Angela Merkel fast blind vertraut.“

Es hätte ein riesiges Vertrauen in der Überzeugung gegeben, dass sie die Dinge besser einschätzen und regeln könne. „Niemand war so nah an Putin dran wie sie persönlich und die Deutschen, auch als Vermittler im Normandie-Format. Niemand wusste besser als sie, wie angespannt das Verhältnis zwischen Russland und der Ukraine geblieben ist und dass Putin keine Einigung, sondern die Vernichtung meiner Heimat will.“ Enttäuschung machte sich bei ihm breit: „Trotzdem wurde in Berlin noch 2015 für Nord Stream 2 entschieden und gegen Waffenlieferungen an die Ukraine.“

Ukraine-News: Melnyk wünscht sich Statement von Merkel - „Geht nicht um Schuldzuweisungen“

Melnyk wünscht sich - „auch für Deutschland“ - dass sich Merkel äußert. „Es geht nicht um Schuldzuweisungen. Es geht darum zu verstehen, wie das Ganze schiefgelaufen ist.“

Doch am Montag (11. April) hieß es auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur noch, dass sich Merkel derzeit nicht zu ihrer Russland-Politik äußern will. Dabei hatte es sogar aus ihrer eigenen Partei, der CDU, Aufforderungen dazu gegeben.

Merkel hatte zuvor erklären lassen, zu ihren Entscheidungen im Zusammenhang mit dem Nato-Gipfel 2008 zu stehen. Sie hatte den russischen Angriff auf die Ukraine auch bereits in einer schriftlichen Erklärung scharf verurteilt und sich hinter die Bemühungen von Kanzler Olaf Scholz gestellt, Russlands Präsidenten Wladimir Putin zu stoppen. (cibo)

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