+
Deutsch-französische Konferenz zur Digitalisierung

„Wo immer möglich“

Berlin und Paris wollen Motor der Digitalisierung in Europa sein

Berlin - Deutschland und Frankreich wollen der Internetwirtschaft in Europa einen neuen Schub geben und zusammen die Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft vorantreiben. Ob das klappt?

„Deutschland und Frankreich wollen Motoren einer Entwicklung sein“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Dienstag in Berlin auf einer gemeinsamen Konferenz zur Digitalisierung.

Es gehe darum, diesen rasanten Wandel zur neuen digitalen Welt schnell, effizient, aber auch gesellschaftsverträglich zu entwickeln. Hier seien Deutschland und Frankreich gefordert. „Wo immer möglich“, sollten gemeinsame Antworten gesucht werden. Die Änderungsgeschwindigkeit in der EU sei nicht gerade überschnell.

Frankreichs Präsident François Hollande sagte: „Wir sind uns bewusst, was auf dem Spiel steht, und dass dies essentiell ist für Europa sowie Deutschland und Frankreich.“ Die Frage sei, ob Europa in der Lage sein werde, ein innovativer Kontinent zu werden. Es sei ein großer digitaler Binnenmarkt in Europa zur Begleitung von Unternehmen erforderlich:

„Wir brauchen eine Strategie auf mittlere und längere Sicht.“

„Die zweitbeste reicht nicht“

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte zuvor Europa zu mehr Ehrgeiz aufgefordert und vor Dogmatismus beim Schuldenabbau gewarnt. Es seien ambitioniertere Ziele nötig. „Unter der weltbesten digitalen Infrastruktur darf es Europa nicht machen“, sagte Gabriel. „Die zweitbeste reicht nicht.“ Es gehe um Arbeitsplätze und Aufstiegschancen der Zukunft.

„Ich glaube nicht, dass wir klug beraten sind, dogmatische Positionen hinsichtlich der Finanzierung der Schulden in Europa einzunehmen“, sagte der SPD-Chef und Vizekanzler. Wenn jetzt nicht investiert werde, steige die Arbeitslosigkeit und dann auch die Verschuldung. Statt vieler kleiner Projekte im sogenannten Juncker-Plan der EU sollte es eher ein großes Investment in die digitale Infrastruktur Europas geben. Die Digitalisierung ist auch ein Schwerpunkt der aktuellen deutschen Präsidentschaft in der G20-Gruppe der führenden Industrie- und Schwellenländer.

Der französische Wirtschaftsminister Michel Sapin betonte, „Europa muss wieder Herr der Zukunftstechnologien werden“. Start-up-Firmen müssten stärker unterstützt und die Finanzierung junger Technologiefirmen verbessert werden. Nötig sei ein europäischer Investitionsfonds. Deutschland und Frankreich unterstützen einen Fonds mit einem Volumen von einer Milliarde Euro. Eine ehrgeizigere Industriepolitik Europas müsse auch Zukunftstechnologien berücksichtigen, sagte Sapin.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Wirbel nach Merkel-Besuch in Dresden: Twitter-User gehen auf Polizei und Pegida los
Polizisten sollen TV-Reporter beim Merkel-Besuch vor ein paar Tagen in Dresden behindert haben. Die Wellen schlagen hoch, von einem Eingriff in die Pressefreiheit ist …
Wirbel nach Merkel-Besuch in Dresden: Twitter-User gehen auf Polizei und Pegida los
Ist das der Auslöser der Türkei-Krise? Trump wirft Erdogan „schrecklichen Fehler“ vor
Die Türkei ist nach ihrem Streit mit der USA wirtschaftlich schwer angeschlagen. Forderungen nach deutschen Finanzhilfen werden laut. Kanzlerin Merkel muss sich schwere …
Ist das der Auslöser der Türkei-Krise? Trump wirft Erdogan „schrecklichen Fehler“ vor
Melania Trump warnt eindringlich und verteilt damit Seitenhieb auf ihren Mann
US-Präsident Donald Trump hat nach Berichten der US-Medien Bloomberg und Dow Jones vom Montag erneut die US-Notenbank Federal Reserve für deren Zinspolitik kritisiert.
Melania Trump warnt eindringlich und verteilt damit Seitenhieb auf ihren Mann
AfD darf bayerisches Parteimitglied Bergmüller nicht ausschließen
Die AfD darf den Spitzenkandidaten der Partei in Oberbayern, Franz Bergmüller, nicht ausschließen. Das entschied das Landgericht Berlin am Dienstag und gab damit einer …
AfD darf bayerisches Parteimitglied Bergmüller nicht ausschließen

Kommentare