EU-Sondergipfel in Brüssel
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EU-Sondergipfel in Brüssel: Angela Merkel.

Kommentar zum Kampf um EU-Spitzenjobs

Merkel und Macron versagen

  • Alexander Weber
    vonAlexander Weber
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Vor der Fortsetzung des EU-Gipfels zu den europäischen Spitzenposten sind die Fronten weiter verhärtet. Merkel und Macron sind vorerst gescheitert. Ein Kommentar.

Europas Bürger haben bei der EU-Wahl geliefert – jetzt versagt die politische Elite. Nicht weil es unter den 28 Mitgliedsstaaten ein Gezerre um die Besetzung der fünf Top-Jobs in Brüssel gibt. Das Problem ist grundsätzlicher: Versprochenes wird nicht gehalten, alte Rechnungen werden beglichen, aus einem Hoffnungsträger für Europa ist ein Blockierer geworden und aus der einst mächtigsten Frau der Welt eine lame duck.

Den Wählern in Europa wurde vor der Wahl das Spitzenkandidatenmodell für die Juncker-Nachfolge als Schritt der Demokratisierung gepriesen. Jetzt sieht es so aus, als ob aber nicht der Gewinner Kommissionschef, sondern der Wahlverlierer durch Kungelei hinter verschlossenen Türen gekürt wird.

Osteuropa rächt sich an Merkel

So würgt man jede Europabegeisterung ab. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron geriert sich zudem wie ein Racheengel, der Manfred Weber für die Versäumnisse Angela Merkels büßen lässt. Ausbleibende Antworten der Kanzlerin auf die Ideen des Franzosen haben zur offenen deutsch-französischen Konfrontation geführt. 

Und jetzt rächt sich für Merkel, dass sie sich – anders als Helmut Kohl – viel zu wenig um die kleineren Länder insbesondere im Osten gekümmert hat. Sie hat nicht mehr die Kraft, ihren Kandidaten durchzusetzen.

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