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Merkel verleiht erstmals Bundeswehr-Ehrenkreuz

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Bundeskanzlerin Angela Merkel verleiht am Montag (6. Juli 2009) im Bundeskanzleramt in Berlin dem Oberfeldwebel Markus Geist das Ehrenkreuz der Bundeswehr für Tapferkeit. Geist und drei weitere Soldaten wurden mit der neuen Auszeichnung für ihr Verhalten nach einem Selbstmordattentat in Afghanistan ausgezeichnet. Sie sind die ersten Träger der neuen Auszeichnung. © dpa

Berlin - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat vier Soldaten die ersten Tapferkeitsmedaillen in der Geschichte der Bundeswehr verliehen.

Die Soldaten hatten sich im vorigen Oktober im nordafghanischen Kundus nach einem Selbstmordanschlag auf die Bundeswehr um Kameraden gekümmert.

Gemeinsam mit Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) zeichnete Merkel die Männer am Montag in Berlinerkekihren herausragenden Einsatz aus. Die Kanzlerin sagte, die Bundeswehr sei eine Armee im Einsatz. Und eine Armee im Einsatz brauche eine solche Auszeichnung.

Merkel mahnte eine stärkere Würdigung der Verdienste in der Bundeswehr an. «In Deutschland wird zu wenig über Leistungen, Belastungen und Risiken der Soldaten gesprochen.»

Die Bundeswehr hatte bisher für die Auszeichnung von Soldaten Ehrenkreuze, die meistens aber an die Länge der Dienstzeit geknüpft war. Angesichts der Erfahrungen aus der NS-Zeit hatte Deutschland seit dem Zweiten Weltkrieg im Gegensatz zu anderen NATO-Staaten bewusst auf einen Tapferkeitsorden verzichtet.

Der Vorsitzende des Bundeswehrverbandes, Ulrich Kirsch, sagte im WDR zu Befürchtungen von Kritikern, die Medaille könnte zu einem neuen Heldenkult führen, die Bundeswehr in einer Demokratie mit dem Staatsbürger in Uniform habe mit der einstigen Wehrmacht «überhaupt nichts am Hut».

Nach den Worten des Bundestags-Wehrbeauftragten Reinhold Robbe haben Tugenden wie Kameradschaft und Tapferkeit eine neue Bedeutung für Bundeswehrsoldaten bekommen. Früher sei die Übung der Ernstfall gewesen, heute sei der Ernstfall Realität in vielen Teilen der Welt.

In Afghanistan hätten dies bereits viele Soldaten leidvoll erfahren müssen, sagte er Handelsblatt.com. Die neue Tapferkeitsmedaille sei «positiver Patriotismus» und kein Heldenkult. Zwei Soldaten, 22 und 25 Jahre alt, hatten den Selbstmordanschlag nicht überlebt. Sie starben, als sich ein Mann auf einem Fahrrad neben ihrem gepanzerten Lastwagen in die Luft sprengte.

dpa

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