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Bundeskanzlerin Angela Merkel ist in Tirana vom albanischen Regierungschef Edi Rama empfangen worden. Foto: Stringer/EPA

Steigende Flüchtlingszahlen auf Balkan - Merkel sagt Hilfe zu

Tirana - Asylbewerber vom Balkan haben in Deutschland kaum eine Chance. Aber auch die Balkan-Staaten selbst haben neuerdings einen starken Flüchtlingsandrang zu bewältigen. Die Kanzlerin verspricht Hilfe.

Angesichts des stark anwachsenden Flüchtlingszustroms über den Balkan hat Bundeskanzlerin Angela Merkel den betroffenen Ländern Unterstützung zugesagt. „Serbien ist ein Transitland geworden“, sagte Merkel am Mittwoch in der serbischen Hauptstadt Belgrad nach einem Gespräch mit Ministerpräsident Aleksandar Vucic. Die Zahlen seien in den vergangenen Wochen auffallend angestiegen, derzeit kämen täglich 1000 Flüchtlinge vor allem aus dem Bürgerkriegsland Syrien. Das sei eine große Herausforderung für ein Land von der Größe Serbiens.

„Das heißt, wir werden auch hier in den Ländern helfen müssen“, betonte Merkel. „Es nützt nichts, wenn jeder sich gegen den Anderen abschottet.“ Es brauche Austausch und eine verlässliche Registrierung - auch um terroristischen Gefahren vorzubeugen.

In Deutschland bemühen sich aktuell auch viele Menschen aus den Balkan-Staaten um Asyl, obwohl sie so gut wie keine Aussicht auf Erfolg haben. Die Bundesregierung hat Serbien, Bosnien-Herzegowina und Mazedonien deshalb als „sichere Herkunftsländer“ eingestuft. Damit können Asylbewerber schneller zurückgeschickt werden.

Mit Albanien will Deutschland in der Flüchtlingspolitik künftig enger zusammenarbeiten, wie Merkel zuvor in Tirana, der ersten Station ihrer Balkan-Reise, betonte. „Wir sind uns einig, dass Albanien kein Land ist, aus dem Asylanträge anerkannt werden“, sagte sie und verwies auf Albaniens Status als EU-Beitrittskandidat. Es könne aber ein Land sein, aus dem Menschen legal nach Deutschland zum Arbeiten kämen, etwa als Krankenpfleger. Ministerpräsident Edi Rama sagte, die Menschen müssten eine Perspektive haben. Die EU brauche den Balkan, und der Balkan brauche die EU.

Albanien, eines der ärmsten Länder Europas, hat seit Juni 2014 Kandidatenstatus, kämpft aber mit Korruption und organisiertem Verbrechen. Auch Serbien ist Beitrittskandidat. Hier steht bisher vor allem der ungelöste Kosovo-Konflikt der Eröffnung der Verhandlungen entgegen. Merkel hob in Belgrad hervor, dass Serbien sich in jüngster Zeit durch „ein hohes Maß an Kompromissbereitschaft“ ausgezeichnet habe. Diese Anstrengungen würden natürlich auch mit Blick auf die Eröffnung der ersten Verhandlungs-Kapitel gewürdigt.

Am Donnerstag reist die Kanzlerin weiter nach Bosnien-Herzegowina.

dpa

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