+
Bundeskanzlerin Angela Merkel, CDU, am Dienstagabend bei einem Empfang in Berlin anlässlich des Ramadan vor Vertretern verschiedener Glaubensrichtungen.

Empfang in Berlin

Merkels Ramadan-Rede: Muslime nicht ausgrenzen

Berlin - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat anlässlich des islamischen Fastenmonats Ramadan zu gegenseitiger Wertschätzung der Religionen aufgerufen.

Update vom April 2017: Bald beginnt der Fastenmonat der Muslime. Zum Ramadan 2017 finden Sie Infos und alles Wissenswerte bei Merkur.de.

Bei einem Empfang in Berlin verwies die Kanzlerin am Dienstagabend vor Vertretern unterschiedlicher Glaubensrichtungen auf die weltweiten Gewalttaten im Namen einer Religion, zu oft leider im Namen des Islams.

Doch jede Ausgrenzung von Muslimen in Deutschland, jeder Generalverdacht verbiete sich, sagte Merkel. Die allermeisten Muslime seien rechtschaffene und verfassungstreue Bürgerinnen und Bürger. „Es ist offenkundig, dass der Islam inzwischen unzweifelhaft zu Deutschland gehört.“

Zugleich verwies die Kanzlerin auf Übergriffe auf Gläubige und ihre Gotteshäuser, auf Synagogen, Moscheen und Kirchen. „Solche Taten richten sich gegen uns alle“, sagte sie. Dies seien Anschläge auf die Glaubensfreiheit und auch auf die Demokratie. Als Bürger müsse man hier klar Stellung beziehen. Die Mehrheit dürfe keine schweigende Mehrheit sein.

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz (SPD), rief ebenfalls zu mehr gesellschaftlichem Zusammenhalt auf. Es sei wichtig, über Religionsgrenzen hinweg für Vielfalt einzutreten. Sie verurteilte Terroranschläge im Namen von Religionen sowie Ausgrenzung und Vorurteile gegen Menschen unterschiedlichen Glaubens. Phänomene wie Antisemitismus und Islamfeindlichkeit nähmen täglich zu. Um so wichtiger sei es, auf Begegnung und Austausch zu setzen.

Teilnehmer der Veranstaltung waren neben der Kanzlerin und der Integrationsbeauftragen unter anderem die Sprecherin des Koordinationsrats der Muslime in Deutschland, Nurhan Soykan, der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, und der Präsident des Zentralkomitees der Katholiken in Deutschland, Alois Glück.

dpa

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Wahl-O-Mat: Wen würden Sie in Frankreich wählen?
Paris/München - Das französische Volk sucht heute ein neues Staatsoberhaupt und hat die Wahl zwischen elf Kandidaten im ersten Durchgang. Wir begleiten die …
Wahl-O-Mat: Wen würden Sie in Frankreich wählen?
Ostukraine: OSZE-Beobachter bei Minenexplosion getötet
Ihr Job ist gefährlich: Hunderte OSZE-Beobachter überwachen die Entwicklungen im Donbass. Mehrfach berichteten sie in den vergangenen Jahren über Beschuss und Bedrohung. …
Ostukraine: OSZE-Beobachter bei Minenexplosion getötet
Frankreich-Wahl: Das sagen die letzten Umfragen
München - Frankreich wählt am Sonntag den Nachfolger von François Hollande in einem ersten Wahlgang. Hier erfahren Sie, welches Ergebnis die Umfragen den elf Kandidaten …
Frankreich-Wahl: Das sagen die letzten Umfragen
Gauland und Weidel führen AfD in Bundestagswahl
Köln - Mitten in der Kölner Innenstadt findet an diesem Wochenende der AfD-Parteitag statt. Das Wahlprogramm ist beschlossen. Auch das Spitzenteam für den …
Gauland und Weidel führen AfD in Bundestagswahl

Kommentare