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Handshake nach dem Patt: Angela Merkel und Martin Schulz tun sich beim TV-Duell nicht weh.

Kein wirklicher Sieger

Kommentar zum TV-Duell: Ein Patt, das Schulz nicht hilft

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Am Sonntagabend sind Angela Merkel und Martin Schulz zum ersten und einzigen Mal während des Wahlkampfes direkt aufeinandergetroffen. Merkur-Chefredakteur Georg Anastasiadis kommentiert das TV-Duell.

München - Soll einer noch mal behaupten, die SPD habe den Glauben an ihren Kanzlerkandidaten verloren. So unerschütterlich ist das Vertrauen der Genossen in Martin Schulz, dass die Partei ihn schon Stunden vor Beginn des TV-Duells mit Angela Merkel zum Sieger erklärte. Nur eine Internet-Panne, gewiss. Aber eine, die sinnbildlich steht für die ganze glücklose Schulz-Kampagne. Noch so ein handwerklicher Fehler, der dem Kandidaten den Start in den zur „letzten Chance“ hochstilisierten Schlagabtausch mit der Amtsinhaberin verhagelte.

Bilder: So lief das TV-Duell zwischen Merkel und Schulz 

Dabei hätte, das machte gleich der Beginn des TV-Duells deutlich, Angela Merkel im Wahlkampf durchaus Angriffsflächen geboten. Verwundbar war und ist die Teflon-Kanzlerin in der Flüchtlingspolitik. Sie ist das Thema, über das die Menschen reden, sobald sie in vertrauter Runde zusammensitzen. Doch just dieses Feld erklärte Schulz viel zu lange zur politischen Tabu- und Schweigezone, obwohl - Stichwort Wohnungsmangel, Jobkonkurrenz, Ghettoisierung - gerade die von der SPD umworbenen kleinen Leute auf neue Antworten warten. Erst glaubte der vom eigenen Hype geblendete Kandidat, im Schlafwagen ins Kanzleramt rollen zu können. Und dann fehlte ihm als Brüsseler Apparatschik die raubtierhafte Gerissenheit eines Alphatieres wie Gerhard Schröder, sich den Wählern nicht als Merkels Double, sondern als Alternative zu empfehlen.

Das TV-Duell im Ticker zum Nachlesen: Zuschauer sehen Merkel als Siegerin

Schulz und SPD ersticken Demokratie

Den auch am Sonntag wiederholten etwas weinerlichen Vorwurf, die Kanzlerin ersticke die Demokratie, indem sie Streit nicht offen austrage, hätte sich der SPD-Chef sparen können. Das erledigen er und seine Partei schon selbst. Nach wirklich spannenden Unterschieden in den Politikangeboten von Kanzlerin und Kandidat mussten die Zuschauer des TV-Duells mit der Lupe suchen.

Netz-Reaktionen: „Ich wünsch mir Claus Strunz als Kanzler“

Ob ein gefühltes Patt für den Herausforderer aber reicht, um auf den letzten Metern noch so etwas wie Wechselstimmung herbeizuzaubern? Große Zweifel sind erlaubt. Die Leute wissen in einer unsicherer gewordenen Welt mit ihren testosterongesteuerten Anführern nicht genau, was Schulz will. Aber sie wissen, was Merkel kann. Dazu musste die Kanzlerin gestern nicht mal ihr berühmt-berüchtigtes „Sie kennen mich“ in die Kameras säuseln.

Sieht keinen Sieger im TV-Duell: Merkur-Chefredakteur Georg Anastasiadis kommentiert das Aufeinandertreffen von Angela Merkel und Martin Schulz.

Georg Anastasiadis

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