Schon ab kommendem Schuljahr?

Merkur-Exklusiv: Bayern kehrt zum G9 zurück

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Die bayerische Staatsregierung steuert auf eine schnelle Rückkehr zum G9 zu. Schon ab dem kommenden Schuljahr könnte der Freistaat wieder ein neunjähriges Gymnasium haben.

München – Nach Informationen des Münchner Merkur will dies Ministerpräsident Horst Seehofer in den ersten Märztagen nach einem Spitzengespräch bekannt geben, verlautete aus Regierungskreisen. Seehofer bestätigte das am Freitag nicht. Er muss noch immer in der CSU-Fraktion Überzeugungsarbeit leisten, in der es viele Anhänger des achtjährigen Gymnasiums gibt und zudem Angst vor Unruhe kurz vor den Wahlterminen. Zudem sind wesentliche Inhalte der künftigen G9-Lehrpläne noch offen. Seehofer macht aber die weiteren Gespräche zur Chefsache. Vize-Generalsekretär Markus Blume dementierte jegliche Festlegung.

Der Plan sieht vor, schon im kommenden Schuljahr die 5. Klassen wieder zum neunjährigen Gymnasium antreten zu lassen. Das G8 wird mit den älteren Jahrgängen komplett auslaufen. Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) hatte lange ein „Optionsmodell“ favorisiert, nach dem Schulen und Kommunen selbst über die Dauer der Ausbildung entscheiden sollten. Diese Überlegung hatte die Staatsregierung bereits vor einigen Wochen beerdigt. Es soll lediglich für Schüler die Chance geben, ein Jahr zu überspringen. Spaenle äußerte sich nicht konkret, sagte aber: „Die Gespräche nähern sich langsam dem Ende.“

Die Rückkehr zum G9 ist für den Freistaat mit Mehrausgaben verbunden: Bis 2024 sollen rund 1000 neue Lehrerstellen geschaffen werden, um den Bedarf im G9 zu decken. Seehofer hatte vor einigen Tagen deutlich gemacht, dass die Reform nicht am Geld scheitern werde.

Das G8 war zum Schuljahr 2003/04 von der CSU unter Edmund Stoiber im Hauruckverfahren eingeführt worden. Auch wegen der organisatorischen Fehler stand das verkürzte Gymnasium von Anfang an in der Kritik. Die Opposition forderte immer eine Rückkehr zum G9. Zuletzt hatte auch die CSU-Jugendorganisation JU klar das G9 gefordert. 

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mik/cd

Rubriklistenbild: © dpa

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