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Joachim Herrmann,Bayerns Sportminister, reist am 14. Februar nach Sotschi

Merkur-Interview mit Minister Herrmann

"Keine Alternative zu den russischen Spielregeln"

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München - Innenminister Joachim Herrmann reist nach Sotschi, mahnt aber im Interview mit dem Münchner Merkur: Olympia darf auf Dauer nicht als reine Sicherheitsoperation enden.

Für einen Kurzbesuch reist Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) zu den Olympischen Winterspielen ins russische Sotschi. Keine politische Geste soll das sein, sondern eine des Sportministers an die bayerischen Sportler. Er rät auch Fans nicht von einer Anreise ab.

Der Bundespräsident bleibt Sotschi demonstrativ fern. Sie fahren demonstrativ hin – warum?

Weil ich es für wichtig halte, dass der Sportminister vor Ort bei den Sportlern ist. 79 der 152 deutschen Athleten stammen aus Bayern. Da gehört es sich doch so, dass ich meine Rückendeckung zeige. Nicht nur für Medaillen, auch mal für einen tollen 4. Platz.

Fährt der Skifahrer schneller, wenn der Sportminister da ist?

Nein, sicher nicht. Aber in die Sportförderung und in die Nationalmannschaft fließen auch viele Steuergelder. Wenn Bayern das Wintersportland Nummer 1 ist in Deutschland, sollten wir unsere Präsenz nicht nur bei Fußballspielen zeigen.

Haben Sie Bammel vor der Dienstreise? Das BKA warnt vor einer „hohen abstrakten Gefährdung“.

Die Sicherheitslage ist aufgrund der Nähe zu Tschetschenien und zu islamischen Regionen nicht unbedenklich. München 1972, Atlanta, auch der Anschlag auf den Boston-Marathon zeigen: Sport-Ereignisse sind ein potenzielles Ziel von Terroristen. Aber wir sollten uns nicht verrückt machen lassen. Russische Sicherheitskräfte haben eine so massive Präsenz, dass das Schutzniveau sehr hoch sein wird.

Das sehen die US-Behörden unentspannter. Sie entsenden FBI-Agenten und schicken sogar die Marine vor die Küste.

Die Vorsicht der Amerikaner ist immer noch etwas größer, als es unserem Standard entspricht. Wir entsenden keine Polizisten, ich setze auf eine gute Zusammenarbeit mit den russischen Behörden.

Unter anderem Bob-Trainer Christoph Langen zweifelt: Friedliche Sportler in einem derart riesigen Sicherheitskorridor zu verstecken – ist das noch der olympische Gedanke?

Für Olympia 2014 gibt es zu den russischen Spielregeln keine Alternative. Ein Konzept, das unseren Vorstellungen der Olympischen Idee besser entspricht, hätten wir für Oberbayern in den Jahren 2018 und 2022 gerne der Welt präsentiert, konnten uns aber damit nicht durchsetzen. Es ist wichtig, dass man sich im IOC überlegt, wie es weitergehen kann. Wir brauchen Olympische Spiele, die für den Normalbürger nicht als reine Sicherheitsoperation wahrgenommen werden. In London hat das funktioniert.

Umso mehr schmerzt Sie die Absage der Bayern an Olympia 2022?

Wir respektieren den Bürgerwillen, aber ich habe das sehr bedauert.  

Interview: Christian Deutschländer

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