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Merkur-Redakteur Dirk Walter.

Merkur-Kommentar

Affäre Bayern-Ei: Eine blasse Ministerin

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Immer neue erschreckende Erkenntnisse im Salmonellen-Skandal in Niederbayern. Am Freitag wurde bekannt, der Amtstierarzt des Landratsamtes Straubing-Bogen soll die Gefahr verschwiegen und möglicherweise eine Probe manipuliert haben. Merkur-Redakteur Dirk Walter kommentiert die Affäre.

Einmal, nur einmal hätte man gerne einen Minister, in diesem Fall: eine Ministerin, die Fehler offen eingesteht. Die also sagt: Ja, da lagen wir falsch. Sie muss ja nicht gleich zurücktreten. Der SPD-Umweltpolitiker Florian von Brunn, der sich bei der Aufklärung des Bayern-Ei-Skandals mehr Verdienste erworben hat als die Umweltministerin Ulrike Scharf, vermeidet klugerweise diese ultimative Forderung. Er will schlicht, zu Recht, dass sich etwas ändert. Denn erneut haben bayerische Behörden bei der Lebensmittelüberwachung ganz klar versagt.

Der Fall Bayern-Ei erinnert fatal an den bayerischen Wildfleischskandal von 2006, als Ratten, Mufflon- und Schimmelfleisch in den Handel geriet. Auch damals sahen Veterinäre einfach weg. Der damalige Umweltminister Schnappauf, gleichfalls blass und längst vergessen, kündigte damals an, Amtstierärzte dürften nur noch höchstens zwei bis drei Jahre für dieselben Betriebe zuständig sein. Auch das scheint vergessen – denn wie erklärt sich sonst, dass der nun verhaftete Straubinger Veterinär mindestens fünf, sechs Jahre für Bayern-Ei zuständig war? Und daraus offenbar Kumpanei entstand, die dazu führte, dass der Mann Bayern-Ei vor Kontrollen warnte. Die Umweltministerin muss durchgreifen. Bisher hinkt sie den aktuellen Entwicklungen nur hinterher.

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