Mike Schier kommentiert den Schlag gegen die organisierte Kriminalität.
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Mike Schier kommentiert den Schlag gegen die organisierte Kriminalität.

Merkur-Kommentar

Organisierte Kriminalität: Der Staat zeigt Härte

  • Mike Schier
    vonMike Schier
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Gerade in NRW und Berlin konnten die Clans zu lange ungestört ihr Unwesen treiben. Nun flogen schwerste Verbrechen auf. Ein wichtiger Schritt, kommentiert Mike Schier.

München - Für die Sicherheitsbehörden ist es eine extrem erfolgreiche Woche: In den USA narrte das FBI weltweit vernetzte Kriminelle, indem es ihnen Kryptohandys aus eigener Herstellung unterschob. Die Gangster quatschten völlig ungeniert, bis schwerste Verbrechen von Mafia-Banden oder internationalen Drogen-Syndikaten aufflogen. In der Dimension nicht so groß, aber für Deutschland nicht minder wichtig war der Schlag gegen Clans in Nordrhein-Westfalen: Dort residierte eine Familie in einer Villa, kassierte aber Sozialleistungen in sechsstelliger Höhe.

Die Clan-Mitglieder verhöhnen die deutschen Behörden

Gerade in NRW und Berlin konnten die Clans zu lange ungestört ihr Unwesen treiben. Bei normalen Bürgern, die der Staat gerne mit komplexen Formularen, peniblen Fristen und Gebühren nervt, sorgte das zunehmend für Frust. Umgekehrt verhöhnten die Clan-Mitglieder die deutschen Behörden: Den Rechtsstaat mit seiner Unschuldsvermutung und den juristischen Klagemöglichkeiten nahmen sie nicht ernst. Nun sprechen Fahnder mit ständigem Druck und auch mal symbolischem Vorgehen endlich eine Sprache, die sie verstehen. Gut so!

Ganz nebenbei hat der Schlag in NRW auch eine politische Note. Auch wenn der Ministerpräsident die Schlagzeilen großzügig seinem Innenminister Herbert Reul überließ (in Bayern wäre das eher unwahrscheinlich), kann Armin Laschet so dem latenten Vorwurf entgegen treten, er sei zu liberal und weich. Offenbar kann der Kanzlerkandidat nicht nur hart sein, wenn es darum geht, parteiinterne Gegner aus dem Weg zu schieben. (Mike Schier)

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