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MM-Redakteur Werner Menner.

Merkur-Kommentar

Bombenanschlag in der Türkei: Geschwächt

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Mehr als 50 Tote – allesamt Kurden, zumeist Kinder. Wieder ein Anschlag in Zusammenhang mit dem Krieg in Syrien und dem IS, der auch Kinder in Mordmaschinen verwandelt. Erneut wird deutlich, dass keine Nation dem Terror allein Paroli bieten kann, dass eine Chance nur bei internationaler Kooperation besteht. Die Türkei kann sich dabei auf Europa verlassen. Aber wie ist es umgekehrt?

Erdogan bekämpft den IS – und unterstützt ihn indirekt. Er bedauert die getöteten Kurden, die als Volk sein Gegner sind. Er wirft den Urhebern des Anschlags vor, was er seit langem tut: das Volk gegeneinander aufzubringen, indem sie ethnische und religiöse Empfindlichkeiten für ihre Zwecke nutzen. Und wie ist die Ankündigung von Premier Yildirim zu verstehen, die Türkei werde sich in Syrien verstärkt einmischen? Eine Türkei, in der das Misstrauen regiert, die der Präsident von Verrätern unterwandert sieht und deren Institutionen der Chef in seinem Entlassungs- und Verfolgungswahn höchstpersönlich geschwächt hat! Die Zustände in der Türkei kommen dem auf der Verliererstraße taumelnden – aber weder besiegten noch neutralisierten – IS nicht ungelegen.

Dass Erdogan die kurdische PKK, den IS und die Anhänger seines Intimfeindes Gülen in einen Topf wirft, lässt darauf schließen, dass der türkische Abwehrkampf in erster Linie von persönlichen Interessen gesteuert ist. Und das ist der schlechteste Ansatz zur Problemlösung.

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