MM-Redakteur Martin Prem.

Merkur-Kommentar

China-Reise der Kanzlerin: Knallharte Interessenpolitik

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München - Milliardengeschäfte, Verhandlungen, strahlende Gesichter. Das ist das, was bei der Chinareise von Kanzlerin Angela Merkel sichtbar wird. Doch im Kern geht es um knallharte Interessenpolitik. Ein Kommentar von Merkur-Redakteur Martin Prem.

China macht Druck, von der EU als Marktwirtschaft anerkannt werden, was Merkel im Alleingang nicht durchsetzen kann. Und in der deutschen Industrie sorgt zunehmend das Ungleichgewicht bei den Investitionsbedingungen für Irritationen.

Während chinesische Konzerne weitgehend unbehelligt in Deutschland auf Firmen-Einkaufstour gehen, kommen deutsche Investoren in China nur zum Zug, wenn sie in einem Gemeinschaftsunternehmen einen Partner mit an Bord nehmen. Unternehmen, die Glück haben, bekommen einen, der nur kassiert und sich um die Geschäfte der Deutschen sonst nicht weiter kümmert. Andere fühlen sich aber beobachtet oder ausspioniert.

Manche Unternehmen machen mit ihren neuesten Entwicklungen einen weiten Bogen um China. Was aber, wenn chinesische Investoren mit deutschen Unternehmen auch deren Geheimnisse aufkaufen? Besonders brisant ist das im Fall Kuka. Mit dem Roboterhersteller haben Investoren nicht nur Zugriff auf dessen Technologie, sondern auch auf streng geheime Zukunftsentwicklungen von deren Kunden: Die deutschen Autohersteller können über so viel Interesse nicht begeistert sein.

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