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MM-Redakteur Christian Deutschländer.

Merkur-Kommentar

Debatte über Zivilschutz-Konzept: Ein Vorrat an Aufregung

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Bundesbürger, hamstert fleißig! Der Rat der Regierung, sich mit Zehn-Tages-Vorräten einzudecken, belustigt viele im Land, gruselt manche und ärgert auch einige. Trotzdem lohnt sich eine nüchterne, kühle Betrachtung.

Wäre die Bundesregierung handwerklich geschickter, hätte sie das Konzept nicht gerade in der parlamentarischen Sommerpause veröffentlicht, in der Ernstes von Aufgeregtheiten schwieriger zu unterscheiden ist. Inhaltlich ist der Plan aber berechtigt, ja: überfällig.

Der Staat schreibt sein 20 Jahre altes Konzept fort, wie er sein Volk in Krisenlagen schützen kann, und was die Bürger an Eigenleistung vorhalten sollten. Mögliche Bedrohungen haben sich in den letzten Jahrzehnten stark gewandelt, geschrumpft sind sie nicht. Ein massiver Umweltschaden, ein flächendeckender Stromausfall, ein digitaler Angriff und deshalb ein temporärer Zusammenbruch erheblicher Teile des Internets – in unserer vernetzten Gesellschaft wäre schon nach wenigen Tagen der Hilfsbedarf hoch. Diese Risiken mag man mit Recht gering einschätzen, vor ihnen die Augen zu verschließen, lässt sie aber nicht ganz verschwinden.

Erst wenn das auf Bunker, Dosennotration und Einberufungsbefehl reduziert betrachtet wird, entsteht ein Beigeschmack von Panikmache. Der Kern des Konzepts ist aber vernünftig, auch wenn es unpopulär erscheint. Für einigermaßen selbstständig denkende Bürger ist ohnehin längst klar, dass der Staat kein absolutes Sicherheitsversprechen, keine Vollkasko, mehr bieten kann.

Lesen Sie hier unsere Reportage: "Diskussion um Zivilschutz - das Geschäft mit der Angst"

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