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Merkur-Redakteur Sebastian Horsch.

Merkur-Kommentar

Erhöhung des Rentenalters: Schäuble hat Recht

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Um es kurz zu machen: Schäuble hat Recht, auch wenn das keiner hören will. Wenn das Rentensystem tragfähig bleiben soll, führt – unter anderem – an einer schrittweisen Erhöhung der Lebensarbeitszeit kein Weg vorbei. Ein Kommentar von Sebastian Horsch.

Die Deutschen werden immer älter, und wir sind dabei – zum Glück – immer gesünder. Immer weniger Zahler finanzieren einen immer längeren Lebensabend für immer mehr Rentner. Man muss kein Rechenkünstler sein, um zu sehen, wie das ausgehen wird. Das Renteneintrittsalter an die Lebenserwartung zu koppeln, ist logisch.

Klar, es gibt Fälle, in denen es nicht möglich sein wird, das Arbeitsleben einfach zu verlängern. Der Dachdecker kann nicht mit 70 Jahren auf Häuser klettern, die Pflegerin keine Patienten mehr umheben. Dafür müssen Lösungen gefunden werden. Doch mit Blick in die Zukunft werden diese Probleme einen immer kleiner werdenden Teil der arbeitenden Bevölkerung betreffen. Die fortschreitende Technik tilgt die ganz harte körperliche Beanspruchung mehr und mehr aus der Arbeitswelt des 21. Jahrhunderts. Auch zukünftig werden viele Schindereien, die heute noch Alltag sind, immer leichter von der Hand gehen.

Es geht natürlich nicht darum, dass die Menschen schon morgen bis zu ihrem 70. Lebensjahr arbeiten sollen. Den Berechnungen der JU nachwäre dieses Rentenalter erst im Jahr 2100 Realität. Es geht zunächst darum, überhaupt das Verständnis zu schaffen, dass Lebenserwartung und Renteneintritt zwingend miteinander verknüpft sind. Und es muss auch darum gehen, Anreize zu schaffen, dass vor allem die schon jetzt länger arbeiten, die das können – und vielleicht sogar wollen. Dass die Große Koalition mit der Rente mit 63 einen genau entgegengesetzten Anreiz gesetzt hat, war ein Geschenk an eine große Wählergruppe – auf Kosten der Allgemeinheit.

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