+
Donald Trump in Florida.

Merkur-Kommentar

Gefährliches Kalkül: Donald Trump gegen die Medien

  • schließen

München - Nein, Donald Trump ist nicht verrückt. Das wird auch US-Vizepräsident Mike Pence auf der Münchner Sicherheitskonferenz den beunruhigten Europäern zu vermitteln versuchen, findet unser US-Korrespondent.

Der US-Präsident hat nicht, wie einige Kritiker meinen, den Verstand verloren – weil er historisch fast beispiellose und an Fakten nicht länger orientierte Breitseiten gegen das Pressekorps des Weißen Hauses abfeuert.

US-Korrespondent Friedemann Diederichs.

Die bizarre Vorstellung Trumps, die manche Beobachter an die letzten düsteren Wochen des im Watergate-Sumpf versinkenden Richard Nixon erinnern, dürfte vielmehr eiskaltem Kalkül entsprechen. In einer Welt, die sich für den früheren „Deal“-Jongleur weiter nur durch Gewinner und Verlierer definiert, macht eine Klassifizierung der Presse als Versager Sinn. Je mehr die Medien leiden müssen, umso größer der Gewinn des Präsidenten, zumal dies seiner Kernwählerschaft gefällt.

Die wie eine chinesische Wasserfolter unaufhörlich aus dem Präsidentenmund tröpfelnde Medienkritik birgt aber auch eine Gefahr – dass das ohnehin angeschlagene Vertrauen von Bürgern in die wichtigste öffentliche Kontrollinstanz für die Politik noch weiter beschädigt wird. Das weiß Trump – und auch deshalb setzt er wohl so konsequent seine gefährliche Taktik um. Der US-Präsident denkt, ohne eine freie und kritische Presse leben zu können. Aber können es auch die Menschen, die von ihm regiert werden?

Verfolgen Sie hier die Münchner Sicherheitskonferenz im Live-Ticker.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Bundestag diskutiert über Auslandseinsätze der Bundeswehr
Berlin (dpa) - Der neue Bundestag befasst sich an diesem Dienstag mit der Verlängerung von gleich mehreren Auslandseinsätzen der Bundeswehr.
Bundestag diskutiert über Auslandseinsätze der Bundeswehr
Weltweit Millionen junge Arbeitslose
Genf (dpa) - Weltweit sind nach einer neuen UN-Analyse 70,9 Millionen junge Menschen zwischen 15 und 24 Jahren arbeitslos. Das entspricht einer Quote von 13,1 Prozent, …
Weltweit Millionen junge Arbeitslose
Kommentar: Ende mit Schrecken
Nach dem Erdbeben der Sonntagnacht steht Berlin unter Schock. Das System Merkel wankt.Ein Kommentar von Merkur-Chefredakteur Georg Anastasiadis.
Kommentar: Ende mit Schrecken
CDU Niedersachsen stimmt Koalitionsvertrag mit SPD zu
Auch die CDU hat dem Vertrag zur Bildung der großen Koalition in Niedersachsen zugestimmt. Sie plant nach einer selbstkritischen Wahlkampfanalyse die Neuaufstellung. Nun …
CDU Niedersachsen stimmt Koalitionsvertrag mit SPD zu

Kommentare