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MM-Redakteur Christian Deutschländer.

Merkur-Kommentar

Nordkorea-Konflikt: Die Suche nach Vermittlern

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Das Säbelrasseln zwischen Nordkorea und den USA geht weiter - Merkur-Redakteur Christian Deutschländer kommentiert.

Die Welt hält den Atem an und blickt auf einen aberwitzig erscheinenden Konflikt zwischen Atomzwerg Nordkorea und Atommacht USA, bisher verbal auf irrem Aggressionsniveau geführt. Donald Trump und Kim Jong Un handeln wohl auch wesentlich aus innenpolitischen Motiven, das macht die Lage noch unübersichtlicher. Die Konsequenzen eines Militärschlags unter Beteiligung eines Nato-Partners unmittelbar an der chinesischen Grenze mag man sich kaum ausmalen.

Es wird Zeit für die Suche nach mäßigenden Kräften in diesem Streit, der die Sicherheit der Welt gefährdet. Auf einen deeskalierenden Einsatz Chinas kann man hoffen, sich aber nicht verlassen. Die Ausschau nach neutraleren Vermittlern könnte dort enden, wo man den Konflikt lange als hinreichend weit weg gelegen abtat: in Europa. Mehr noch: Zunehmen werden Stimmen, die Deutschland eine ausgleichende Rolle zusprechen möchten. Das mag zunächst kurios klingen, doch ist Deutschlands Ruf auf der Halbinsel doppelt besonders. Im Süden bestaunt man die historische Leistung einer Wiedervereinigung. In den Norden bestehen noch Kontakte aus Zeiten der DDR, die im Ostblock über Jahrzehnte sehr enge persönliche und wirtschaftliche Bindungen pflegte.

Bisher kam wenig Kluges dazu aus Berlin. Sie wünsche sich Obama zurück, teilte die wahlkämpfende Bundesverteidigungsministerin gestern mit. Mag ja sein, doch hilfreich ist das nicht. Klügeres wäre von der Bundeskanzlerin zu erhoffen. Warum sollte nicht Angela Merkel, uneitel und international erfahren, den Ansatz einer Vermittlung wagen? Jeder Einsatz zwischen diesen Undiplomaten ist freudlos, aber vielleicht nicht fruchtlos. Und wenn es die Welt nur Zentimeter voranbringt.

Lesen Sie, wie ein Experte Kim Jong Un einschätzt.

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