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Claudia Möllers, Ressortleiterin der MM-Bayernredaktion.

Merkur-Kommentar

Papst-Entschuldigung bei Homosexuellen - Halbherzig

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Schwule und Lesben dürfen nicht diskriminiert werden, ließ Papst Franziskus unlängst verlauten. Ein Hoffnungsschimmer. Doch wenn es um Homosexuelle in der Kirche oder ihrem Umfeld geht, ist leider schnell Schluss mit dem Verständnis. Ein Kommentar.    

„Wenn jemand schwul ist, wer bin ich, über ihn zu urteilen?“ Diese Aussage von Papst Franziskus auf seiner ersten Auslandsreise nach Brasilien im Juli 2013 hatte bei Homosexuellen große Hoffnungen geweckt. Sollten die Zeiten, in denen sie in der katholischen Kirche diskriminiert werden, der Vergangenheit angehören?

Auch jetzt, drei Jahre später, hat sich der Papst – wieder auf einer Pressekonferenz im Flugzeug – über Homosexualität geäußert. Die Kirche solle sich bei Homosexuellen, Armen und anderen vernachlässigten Menschen entschuldigen. Für viele falsche Entscheidungen. Und dass Schwule und Lesben nicht diskriminiert werden dürften.

So weit, so gut. Aber das war es dann auch. Denn wenn es darum geht, welche Aufgaben Homosexuelle im Bereich oder auch nur Umfeld der Kirche wahrnehmen dürfen, ist ganz schnell Schluss mit dem Verständnis. Dass der Vatikan vor über einem Jahr einen neuen französischen Botschafter am Heiligen Stuhl abgelehnt hat, dürfte noch vielen in Erinnerung sein. Zwar behauptet der Vatikan, die Ablehnung damals habe nichts mit seiner sexuellen Neigung zu tun, sondern sei Reaktion auf die Legalisierung der Homo-Ehe in Frankreich gewesen. Aber es bleibt das Unbehagen, dass es sich auch bei den jetzt positiven Äußerungen des Papstes nur um Wortkosmetik handelt. Wenn eine Entschuldigung nicht mit der Änderung des Verhaltens verbunden ist, dann ist sie nicht viel wert.

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