Verheerender Anschlag in Ägypten: Zahl der Toten auf 155 gestiegen

Verheerender Anschlag in Ägypten: Zahl der Toten auf 155 gestiegen
+
Merkur-Autorin Claudia Möllers

Kommentar zu den Festtagen

Weihnachten 2016: Der Angst entgegentreten

  • schließen

München - Von Terror und Angst lassen sich die Christen nicht verunsichern: Trotz aller Schreckensszenarien halten sie an ihrem Willen nach Frieden und Menschenliebe fest. Das ist der Weg zu einer Gesellschaft mit einem menschlichen Gesicht, meint Merkur-Autorin Claudia Möllers.

„Fürchtet Euch nicht!“ Wenn der Engel das heute zu den Menschen in Deutschland sagen würde wie im Lukas-Evangelium den Hirten auf dem Feld, dann würde man wahrscheinlich verständnislos mit dem Kopf schütteln – oder ihn angesichts der mangelhaften Sicherheitslage mit einem Shitstorm auf Facebook überziehen. Seit dem entsetzlichen Attentat auf dem Berliner Weihnachtsmarkt verstärkt sich bei vielen ein Unbehagen. Wie sicher sind wir noch auf den Plätzen, Straßen, in Stadien, auf Bahnhöfen? Es kann jeden treffen, das weiß man seit den Angriffen von Würzburg, Ansbach und Berlin. „Fürchtet Euch nicht“ klingt da wie eine naive Botschaft, die komplett an der Realität vorbeigeht. Vieles löst derzeit Furcht aus: Menschen sorgen sich, ob ihre Rente im Alter reicht. Ob sie im Zeitalter der Globalisierung einen sicheren Arbeitsplatz behalten. Dass sich als Folge einer unkontrollierbaren Digitalisierung Verbrecher ihrer Daten bemächtigen. Sie haben Angst vor Fremdbestimmung aus dem Internet, vor Islamisierung, vor Fremden, vor Terroranschlägen und einer damit zusammenhängenden politischen Radikalisierung.

Gegen Angst muss man Hoffnung und Initiative setzen

Aber Angst ist ein schlechter Ratgeber. Gegen Angst muss man Hoffnung und Initiative setzen. Die Überzeugung davon, dass wir einander brauchen und helfen können. Wenn man genau hinschaut, ist die Nächstenliebe aus dem Alltag nicht verschwunden. Es gibt Hunderttausende, die sich um bedürftige, behinderte, geflüchtete, gestrandete, alte und kranke Menschen kümmern. So viele Ehrenamtliche, die Hilfesuchenden zur Seite stehen - egal, ob sie dafür belächelt oder in den „sozialen Medien“ verhöhnt werden. Sie sind sozial tätig statt asozial im worldwideweb ihren Hass zu verbreiten.

Wenn Christen 2016 Weihnachten feiern, dann stehen auch sie unter dem erschütternden Eindruck von Terror, Verunsicherung, von wachsendem Hass und Streit. Gegen die Furcht können sie aus ihrem Glauben heraus den unbedingten Willen nach Frieden und Menschenliebe setzen. Das ist kein naives Gutmenschentum, sondern der Weg zum Erhalt einer Gesellschaft mit menschlichem Gesicht. Darin ist Platz für Hoffnung auf Frieden. Ohne Furcht.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Schulz: SPD-Mitglieder entscheiden Regierungsbeteiligung
Also doch große Koalition? Nach ihrem harschen Nein zu einer weiteren GroKo bewegen sich die Sozialdemokraten allmählich in eine andere Richtung. Möglichst behutsam, um …
Schulz: SPD-Mitglieder entscheiden Regierungsbeteiligung
EU-Ostgipfel: Partner bekommen keine EU-Beitrittsperspektive
Die schwierigen Brexit-Verhandlungen und die deutsche Regierungskrise überschatten den EU-Ostgipfel in Brüssel. Vor allem der ukrainische Präsident Poroschenko hätte …
EU-Ostgipfel: Partner bekommen keine EU-Beitrittsperspektive
Seehofer-Kritiker bestehen auf Personal-Entscheidung bis 4. Dezember
Gemeinsam mit einem Beraterkreis will CSU-Chef Seehofer eine „befriedende“ Lösung für die Dauer-Personal-Querelen in seiner Partei suchen. Die Zeit drängt, nicht nur …
Seehofer-Kritiker bestehen auf Personal-Entscheidung bis 4. Dezember
Jamaika? Kenia? Bahamas? Diese Koalitionen sind möglich
Früher war alles einfacher: Da sprach jeder noch von Großer Koalition oder Ampel-Koalition. Heute heißt es Jamaika und Kenia. Hier erfahren Sie, welche …
Jamaika? Kenia? Bahamas? Diese Koalitionen sind möglich

Kommentare