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Merkur-Autorin Claudia Möllers

Kommentar zu den Festtagen

Weihnachten 2016: Der Angst entgegentreten

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München - Von Terror und Angst lassen sich die Christen nicht verunsichern: Trotz aller Schreckensszenarien halten sie an ihrem Willen nach Frieden und Menschenliebe fest. Das ist der Weg zu einer Gesellschaft mit einem menschlichen Gesicht, meint Merkur-Autorin Claudia Möllers.

„Fürchtet Euch nicht!“ Wenn der Engel das heute zu den Menschen in Deutschland sagen würde wie im Lukas-Evangelium den Hirten auf dem Feld, dann würde man wahrscheinlich verständnislos mit dem Kopf schütteln – oder ihn angesichts der mangelhaften Sicherheitslage mit einem Shitstorm auf Facebook überziehen. Seit dem entsetzlichen Attentat auf dem Berliner Weihnachtsmarkt verstärkt sich bei vielen ein Unbehagen. Wie sicher sind wir noch auf den Plätzen, Straßen, in Stadien, auf Bahnhöfen? Es kann jeden treffen, das weiß man seit den Angriffen von Würzburg, Ansbach und Berlin. „Fürchtet Euch nicht“ klingt da wie eine naive Botschaft, die komplett an der Realität vorbeigeht. Vieles löst derzeit Furcht aus: Menschen sorgen sich, ob ihre Rente im Alter reicht. Ob sie im Zeitalter der Globalisierung einen sicheren Arbeitsplatz behalten. Dass sich als Folge einer unkontrollierbaren Digitalisierung Verbrecher ihrer Daten bemächtigen. Sie haben Angst vor Fremdbestimmung aus dem Internet, vor Islamisierung, vor Fremden, vor Terroranschlägen und einer damit zusammenhängenden politischen Radikalisierung.

Gegen Angst muss man Hoffnung und Initiative setzen

Aber Angst ist ein schlechter Ratgeber. Gegen Angst muss man Hoffnung und Initiative setzen. Die Überzeugung davon, dass wir einander brauchen und helfen können. Wenn man genau hinschaut, ist die Nächstenliebe aus dem Alltag nicht verschwunden. Es gibt Hunderttausende, die sich um bedürftige, behinderte, geflüchtete, gestrandete, alte und kranke Menschen kümmern. So viele Ehrenamtliche, die Hilfesuchenden zur Seite stehen - egal, ob sie dafür belächelt oder in den „sozialen Medien“ verhöhnt werden. Sie sind sozial tätig statt asozial im worldwideweb ihren Hass zu verbreiten.

Wenn Christen 2016 Weihnachten feiern, dann stehen auch sie unter dem erschütternden Eindruck von Terror, Verunsicherung, von wachsendem Hass und Streit. Gegen die Furcht können sie aus ihrem Glauben heraus den unbedingten Willen nach Frieden und Menschenliebe setzen. Das ist kein naives Gutmenschentum, sondern der Weg zum Erhalt einer Gesellschaft mit menschlichem Gesicht. Darin ist Platz für Hoffnung auf Frieden. Ohne Furcht.

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