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MM-Redakteur Til Huber.

Merkur-Kommmentar

Die AfD vor der Bundestagswahl: Doppeltes Spiel

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Die AfD ruft zur Geschlossenheit auf - Merkur-Redakteur Til Huber kommentiert. 

Kann man die AfD verstehen? Im westlichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen wird ein Mann Spitzenkandidat, der die Themen von Rechtsausleger Björn Höcke offen verteidigt. In Mecklenburg-Vorpommern, Heimat der von der AfD zur Hauptfeindin stilisierten Kanzlerin, führt ein eher Moderater die Partei an. Das sind nur zwei von etlichen widersprüchlichen Signalen.

Der Anlauf einer Mehrheit im Bundesvorstand, Höcke aus der Partei auszuschließen, suggerierte, die AfD stehe vor einer Häutung. Parteichefin Frauke Petry suche den Machtkampf der vergleichsweise Moderaten mit den ganz Rechten. Doch der Eindruck täuscht. Die Machtstruktur ist vielschichtig und fragil. Davon zeugt am Sonntag auch ein Aufruf aller Landeschefs zur Geschlossenheit. Einer der Unterzeichner: Björn Höcke. Wer unter welchen Umständen wo steht, ist kaum zu sagen. Ein vermeintlich chirurgischer Schnitt würde derzeit in Selbstzerfleischung enden. Das weiß Petry – und dürfte der Inszenierung zum Trotz auf ein doppeltes Spiel setzen.

Im bevölkerungsreichen Westen werden die Wahlen gewonnen, heißt es in der Partei. Dort will man möglichst niemanden mit Rechtsparolen verprellen. Aber auch auf ihre Ost-Ergebnisse jenseits der 20 Prozent will die Partei keineswegs verzichten. Deshalb wird die AfD die Causa Höcke und andere Konflikte bewusst in der Schwebe lassen – und weiter in mehreren Farben schillern.

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