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AKW-Zoff: Licht aus in ganz Deutschland? Merz fürchtet baldigen Blackout und „vollkommene Überlastung“

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Von: Franziska Schwarz

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Niedersachsen-Wahl 2022: Friedrich Merz bei einer Wahlkampfveranstaltung in Osnabrück
CDU-Chef Friedrich Merz fürchtet einen © Lino Mirgeler/dpa

CDU-Chef Friedrich Merz warnt großen Problemen bei der Stromversorgung - und vor „ideologischen“ Vorbehalten gegen einen AKW-Streckbetrieb.

Berlin - Droht eine „vollkommene Überlastung“ des deutschen Stromnetzes im Herbst und Winter? Laut Friedrich Merz ja - und zwar, falls die Ampel-Koalition unter Kanzler Olaf Scholz (SPD) am Atomenergie-Ausstieg festhält. So äußerte sich der CDU-Chef gegenüber der Bild am Sonntag (BamS).

Wenn die Bundesregierung „aus ideologischen Gründen am Atomausstieg festhält, droht uns Anfang nächsten Jahres ein Blackout“. Merz verlangte die schnellstmögliche Bestellung neuer Brennstäbe für den Weiterbetrieb von mindestens der drei noch nicht abgeschalteten Atomkraftwerke (AKW). Als Streckbetrieb wird die verlängerte Nutzung des aktuellen Brennmaterials in den Atomkraftwerken bezeichnet. 

Was bedeutet „Streckbetrieb“?

Die Betreiber lassen ein AKW länger am Netz, verzichten aber auf neue Brennelemente. Das geht allerdings nur, indem sie eine verminderte Produktivität in Kauf nehmen: Der Reaktor verliert in diesem Prozess laufend 0,5 Prozent seiner Leistung pro Tag.

AKW-Zoff zwischen Ampel und Opposition: Weiterlaufen lassen - oder nicht?

Würden zudem auch die drei im vergangenen Jahr stillgelegten AKW wieder in Betrieb genommen, wären nach Worten des Oppositionschefs „zunächst einmal insgesamt 20 Millionen Haushalte sicher mit Strom versorgt“. Merz hatte kürzlich gefordert, die am Netz verbliebenen Kernkraftwerke Isar 2 in Bayern, Emsland in Niedersachsen und Neckarwestheim 2 in Baden-Württemberg sogar über den Jahreswechsel 2023/24 hinaus laufen lassen.

Nach derzeitiger Rechtslage werden die drei verbliebenen AKW zu Jahresende vom Netz genommen. Bundeswirtschafts- und Bundesumweltministerium hatten im März nach einer Prüfung einen möglichen Weiterbetrieb verworfen. Auch Naturschützer protestieren.

Angesichts der angespannten Lage auf den Energiemärkten läuft nun ein weiterer Stresstest zur Sicherheit der Stromversorgung. Die Ergebnisse sollen in Kürze vorliegen - danach will die Bundesregierung über einen möglichen AKW-Weiterbetrieb entscheiden. (frs mit AFP-Material)

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