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Überraschung bei CDU-Vorsitz: Merz macht das Chef-Rennen - im ersten Anlauf!

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Von: Christian Deutschländer, Georg Anastasiadis

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Friedrich Merz (CDU) nach der Bekanntgabe der Ergebnisse der CD- Mitgliederbefragung.
Friedrich Merz (CDU) nach der Bekanntgabe der Ergebnisse der CD- Mitgliederbefragung. © Michael Kappeler/dpa

Friedrich Merz wird neuer Chef der CDU. Der Sauerländer hat sich im ersten Durchgang durchgesetzt - ein solcher Durchmarsch war nicht gewiss.

Berlin – Dritter Anlauf, erster Erfolg: Friedrich Merz wird neuer Chef der CDU. Nach Vorab-Informationen des Münchner Merkur hat sich der Sauerländer im ersten Durchgang bei der Mitgliederbefragung durchgesetzt. Er komme auf rund 60 Prozent, hieß es aus übereinstimmenden Quellen. „Ein Wahlgang genügt“, verlautet vorab aus der CDU-Spitze an unsere Redaktion. Um 14 Uhr hat die Partei das Ergebnis auch offiziell verkündet - auf Merz entfielen 62,1 Prozent.

Der Bundestagsabgeordnete Merz trat an gegen Norbert Röttgen und Helge Braun. Er galt als Favorit, ein Durchmarsch ohne Stichwahl (geplant bis zum 12. Januar) war jedoch nicht gewiss. Nun ist der Weg frei für Merz‘ formale Wahl durch einen CDU-Parteitag am 21. und 22. Januar, aus Corona-Gründen nur digital. Merz soll dort dann offiziell die Parteiführung von Armin Laschet übernehmen, der nach seiner glücklosen Kanzlerkandidatur nicht mehr für den Vorsitz angetreten war und den Posten räumt.

CDU-Vorsitz: Ergebnis durchgesickert - Merz wird neuer Partei-Chef

Abgestimmt haben rund 64 Prozent der 400.000 CDU-Mitglieder, also eine Viertelmillion; davon gut die Hälfte in einem Online-Verfahren, der Rest per Brief. Die CSU stimmte naturgemäß nicht mit – die Strukturen sind hier klar getrennt. CSU-Chef Markus Söder* kündigte bereits mehrfach an, sich mit jedem der möglichen Vorsitzenden zu arrangieren und eine Arbeitsteilung zu finden. Für das Frühjahr ist eine gemeinsame Sitzung der Parteispitzen von CDU und CSU geplant, als eine Option dafür gilt ein Treffen in Nordrhein-Westfalen, wo 2022 ein neuer Landtag gewählt wird. Eine offizielle Wahlempfehlung aus der CSU gab es nicht; hier genießt Merz*, der ein Ferienhaus am Tegernsee hat, wohl vergleichsweise größere Sympathien, wenngleich nach Lesart der CSU keine Entscheidung über eine Kanzlerkandidatur 2025 damit verknüpft sein soll. Auch Repräsentanten der Jungen Union hatten sich für Merz ausgesprochen.

Die Entscheidung für Merz ist auch eine Richtungsentscheidung für die Union. Der frühere Fraktionschef (66) ist bei den Konservativen in der Partei und beim Wirtschaftsflügel sehr beliebt; wohingegen beispielsweise Braun als Vertreter des bisherigen Merkel-Kurses wahrgenommen wurde. Merz hat angekündigt, die Partei mit einem Team zu führen, in das auch andere Parteiströmungen eingebunden werden, etwa die Bildungspolitikerin Karin Prien aus dem Norden.  Die CDU* müsse wieder „mehr Themen besetzen - das kann ein Vorsitzender nicht alleine tun“, sagte Merz bei einer Diskussion mit der CDU-Basis vor einigen Tagen. Im Falle seiner Wahl zum Parteichef will er den früheren Berliner Gesundheitssenator Mario Czaja zum Generalsekretär machen. (Christian Deutschländer/Georg Anastasiadis) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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