Friedrich Merz, Kandidat für den CDU-Bundesvorsitz, spricht im sauerländischen Arnsberg. Foto: Rolf Vennenbernd
1 von 5
Friedrich Merz, Kandidat für den CDU-Bundesvorsitz, spricht im sauerländischen Arnsberg. Foto: Rolf Vennenbernd
Annette Widmann-Mauz, Vorsitzende der Frauen Union, weist Friedrich Merz, Annegret Kramp-Karrenbauer und Jens Spahn (v.l.) den Weg zur Kandidaten-Vorstellung. Foto: Michael Kappeler
2 von 5
Annette Widmann-Mauz, Vorsitzende der Frauen Union, weist Friedrich Merz, Annegret Kramp-Karrenbauer und Jens Spahn (v.l.) den Weg zur Kandidaten-Vorstellung. Foto: Michael Kappeler
In einer Umfrage liegt CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer gegenüber Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz leicht vorn. Foto: Kay Nietfeld
3 von 5
In einer Umfrage liegt CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer gegenüber Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz leicht vorn. Foto: Kay Nietfeld
Stets im Bilde; NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) informiert sich über das Medienecho zur Merkel-Nachfolge. Foto: Thomas Reisener
4 von 5
Stets im Bilde; NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) informiert sich über das Medienecho zur Merkel-Nachfolge. Foto: Thomas Reisener
Freut sich auf den Wettbewerb um den Parteivorsitz: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Foto: Federico Gambarini
5 von 5
Freut sich auf den Wettbewerb um den Parteivorsitz: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Foto: Federico Gambarini

Kandidat für den CDU-Vorsitz

Merz will kein "Anti-Merkel" sein

Keine vier Wochen mehr bis zur Entscheidung in Hamburg. Die Kandidaten für den CDU-Vorsitz bringen sich in Stellung. Noch meiden die potenziellen Merkel-Nachfolger scharfe Töne. Merz macht seiner Rivalin sogar ein Angebot.

Oeventrop/Berlin (dpa) - Friedrich Merz hat für den Fall seiner Wahl zum neuen CDU-Vorsitzenden Bundeskanzlerin Angela Merkel einen "fairen, anständigen und loyalen" Umgang zugesagt.

Der ehemalige Unionsfraktionschef erklärte am Samstag beim CDU-Kreisparteitag im sauerländischen Arnsberg-Oeventrop, dass die CDU und ihr künftiger Vorsitzender auch weiter "in der Mitte" stehen müssten. Einen Rechtsruck der CDU schloss er aus.

Aussichtsreichste Kandidaten für den CDU-Vorsitz sind neben Merz CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer und Gesundheitsminister Jens Spahn. Die Entscheidung trifft der CDU-Parteitag am 7. Dezember in Hamburg. Merz bot Kramp-Karrenbauer ausdrücklich Zusammenarbeit an. Sollte er siegen, hoffe er, dass sie "an oberster führender Stelle der CDU in Deutschland weiter eine wichtige Aufgabe wahrnehmen wird". Er nehme aber auch Spahn als Wahlrivalen ernst.

Kramp-Karrenbauer selbst sieht den Vorsitz der Partei nicht automatisch mit der nächsten Kanzlerkandidatur der Union verknüpft. "Wenn man für den CDU-Vorsitz kandidiert, muss man immer auch die Möglichkeit einer Kanzlerkandidatur mitdenken. Aber zuerst einmal steht der Parteivorsitz für sich alleine", sagte sie den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Zugleich betonte sie, eine CDU-Vorsitzende werde "immer ein gewichtiges Wort bei der Frage der Kanzlerkandidatur mitreden".

Die frühere saarländische Ministerpräsidentin warnte die SPD davor, Neuwahlen zu provozieren. "Ich strebe keine Neuwahlen an. Die Bundesregierung hat eine Verantwortung, die über Deutschland hinausgeht", sagte sie. "Aber wer leichtfertig mit einem Bruch der großen Koalition kokettiert, wird am Ende eher Neuwahlen als die Fortsetzung der Regierungsarbeit in einer anderen Koalition bekommen."

Merz hielt als Gastredner des Kreisparteitags der Hochsauerland-CDU seine erste öffentliche Bewerbungsrede für den CDU-Vorsitz. Die knapp 500 Delegierten seines Heimatverbandes nominierten ihn geschlossen als Kandidat für die Nachfolge von Parteichefin Merkel. Dass er ein "Anti-Merkel" sei oder eine "Abrechnung" mit Merkel wolle, sei "alles dummes Zeug", sagte Merz. Er musste 2002 den Unionsfraktionsvorsitz an Merkel abgeben. 2009 verabschiedete er sich aus der Politik und wechselte in die Wirtschaft.

Zuvor hatte sich auch Merz-Konkurrent Spahn Rückendeckung in seiner münsterländischen Heimat geholt. Der Kreisverband Borken nominierte den 38-Jährigen am Freitagabend einstimmig als Kandidaten für den CDU-Bundesvorsitz. "Das gibt Rückenwind", sagte Spahn. "Wir werden über die Zukunft unserer Partei und unseres Landes so intensiv diskutieren wie lange nicht", sagte er. "Das lernen wir gerade als CDU noch mal ganz neu." Spahn ist seit 13 Jahren Vorsitzender des CDU-Kreisverbandes Borken.

Der Verzicht Merkels auf eine erneute Kandidatur für den Parteivorsitz birgt nach den Worten der Berliner CDU-Chefin Monika Grütters viele Chancen für die Union. Klar sei, dass nach 18 Jahren eine Ära zu Ende gehe, sagte die Kulturstaatsministerin in der Bundesregierung am Samstag bei einer CDU-Landesvertreterversammlung in Berlin. "Das ist eine Zäsur. Aber es ist auch eine Chance für einen Aufbruch und für eine demokratische Erneuerung unserer Partei."

Biografie Friedrich Merz aus dem Archiv des Deutschen Bundestags

Infos zum Kreisparteitag der Hochsauerland-CDU

Auch interessant

Meistgesehene Fotostrecken

SPD beklagt Kramp-Karrenbauers Alleingang bei Syrien-Vorstoß
Deutschland soll im umkämpften Nordsyrien kein "Zaungast" mehr sein. So will es die Verteidigungsministerin. Doch Kramp-Karrenbauers Ad-hoc-Ansage wirft viele Fragen …
SPD beklagt Kramp-Karrenbauers Alleingang bei Syrien-Vorstoß
Berlin will erstmals explodierende Mieten einfrieren
Die deutsche Hauptstadt geht gegen steigende Wohnkosten neue Wege. Ein Mietendeckel soll den Menschen eine Atempause verschaffen - und Spekulanten in die Schranken …
Berlin will erstmals explodierende Mieten einfrieren
Liberal oder konservativ? Kanada-Wahl könnte knapp ausgehen
Es war ein hitziger Wahlkampf, in dem Premier Trudeau sich immer wieder entschuldigte und sein Herausforderer ihn als "Betrüger" beschimpfte. Nun wird es wohl knapp in …
Liberal oder konservativ? Kanada-Wahl könnte knapp ausgehen
Koalition nennt Details zum neuen CO2-Preis
Nach langen Beratungen soll es beim Klimaschutz jetzt schnell gehen: Noch in diesem Jahr will die große Koalition viele Gesetze unter Dach und Fach bringen. Dazu gehört …
Koalition nennt Details zum neuen CO2-Preis