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Friedrich Merz wird in Berlin als potentieller Nachfolger von Wirtschaftsminister Peter Altmaier gehandelt. 

Kommentar

Merz statt Altmaier - Neue Gefühle in der CDU

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Die Zeichen stehen bei der CDU auf Wechsel und alles spricht für Friedrich Merz als Nachfolger von Peter Altmaier im Wirtschaftsministerium. Ein Kommentar von Georg Anastasiadis, Chefredakteur des Münchner Merkur.

Peter Altmaier ist im Wirtschaftsministerium eine krasse Fehlbesetzung. Das haben die Bosse den Zeitungsleuten jetzt so oft in die Blöcke diktiert, dass es in Berlin die Spatzen von den Dächern pfeifen: Für Merkels treuesten Knappen läuft die Uhr ab. Spätestens wenn die Chefin geht, ist auch seine Zeit vorbei – wenn er nicht schon nach der Europawahl den rettenden Absprung nach Brüssel schafft.

Das Duo AKK/Merz ist keine Herzensbeziehung 

Dieselben Spatzen pfeifen übrigens, dass auch der Nachfolger bereits bereitsteht: Friedrich Merz. Keine Gelegenheit lassen die neue CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer und ihr unterlegener Rivale Friedrich Merz mehr aus, um die Wähler an ihren neu erwachten Gefühlen füreinander teilhaben zu lassen. Das neue Duo AKK/Merz ist, anders als alte Merkel/Altmaier-Duett, keine Herzensbeziehung. Aber ein Zweckbündnis: Kramp-Karrenbauer will an die Macht. Dazu braucht sie die 48 Prozent Konservativen und Wirtschaftsliberalen in ihrer Partei, die nach Merz’ Niederlage im Schmollwinkel stehen. Der dazu nötige Bruch mit der Politik der Vorgängerin scheint der zielstrebigen Saarländerin nicht den Schlaf zu rauben.

Georg Anastasiadis, Chefredakteur des Münchner Merkur.

Bliebe noch die bange Frage mancher Journalisten, ob die Grünen denn noch mit einer konservativeren Kramp-Karrenbauer-Merz-Union koalieren wollen. Die Antwort lautet: Mit wem denn sonst? Auch in der Merkel-CDU haben manche in den Jahren der „Modernisierung“ vergessen, dass ihre Partei nicht den Grünen gefallen muss – sondern den Wählern. Umgekehrt wirft ja auch die Ökopartei recht ungeniert die Angel aus, um mit dem Ruf nach Enteignungen im weit linken Lager nach Stimmen zu fischen.

Lesen Sie auch den Kommentar zu: Asylrecht: Seehofers Härte ist richtig

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