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Mesale Tolu fand auch bei einer Demonstration für Deniz Yücel in Berlin Solidarität

Enttäuschender Ausgang

Gericht entscheidet: Mesale Tolu bleibt in türkischer Haft

Keine Entspannnung - die türkischen Gerichte fahren im Fall der deutschen Journalistin Mesale Tolu weiter einen harten Kurs: Die 32-Jährige bleibt vorerst im Gefängnis.

Silivri - Die seit mehr als fünf Monaten in der Türkei inhaftierte deutsche Journalistin Mesale Tolu muss in Untersuchungshaft bleiben. Das Gericht in Silivri bei Istanbul folgte dem Antrag von Tolus Anwälten am Mittwochabend nicht, ihre Mandantin bis zu einem Urteil auf freien Fuß zu setzen. Das Gericht beschloss die Freilassung von acht Angeklagten, sechs weitere müssen in U-Haft bleiben, darunter Tolu. Die acht Beschuldigten, deren Freilassung verfügt wurde, dürfen bis zu einem Urteil das Land nicht verlassen und müssen sich regelmäßig bei der Polizei melden.

Weitere vier der insgesamt 18 Angeklagten waren bereits vor Prozessbeginn unter Auflagen auf freien Fuß gesetzt worden. Zum Prozessauftakt hatte Tolu die gegen sie erhobenen Terrorvorwürfe am Mittwoch zurückgewiesen. „Ich fordere meine Freilassung und meinen Freispruch“, sagte sie. „Ich habe keine der genannten Straftaten begangen und habe keine Verbindung zu illegalen Organisationen.“

Tolu kritisierte, dass sie seit mehr als fünf Monaten ohne Urteil in Istanbul in Untersuchungshaft gehalten werde. Auch ihr Ehemann sei in Untersuchungshaft. „Deswegen lebt mein Sohn, der eigentlich in den Kindergarten gehen müsste, seit fünf Monaten mit mir im Gefängnis“, sagte sie. „Aus diesem Grund ist die Untersuchungshaft nicht nur für mich, sondern auch für meine Familie und für meinen Sohn zur Bestrafung geworden.“ Der zweijährige Sohn Tolus ist mit der Mutter im Frauengefängnis im Istanbuler Stadtteil Bakirköy untergebracht.

Gewaltsame Festnahme

Die aus Ulm stammende Deutsche kritisierte auch die Umstände ihrer Festnahme am 30. April, als Anti-Terror-Polizisten ihre Wohnung in Istanbul stürmten. „Die Spezialeinheit der Polizei hat nicht nur die Waffe auf meinen Sohn gerichtet, sondern sie haben mich auch noch vor den Augen meines Kindes gewaltsam festgenommen.“

Der 32-Jährigen und den weiteren 17 Angeklagten wird Terrorpropaganda und Mitgliedschaft in einer bewaffneten Terrororganisation vorgeworfen. Dabei soll es sich um die linksextreme MLKP handeln, die in der Türkei als Terrororganisation gilt. Der Deutschen drohen nach Angaben ihrer Anwältin Kader Tonc bis zu 20 Jahre Haft. Die Verhandlung wird am 18. Dezember in Istanbul fortgesetzt.

dpa

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