+
Messenger-Dienste wie Whatsapp sind nicht zu einer Zusammenarbeit mit den Sicherheitsbehörden verpflichtet. 

Absage von WhatsApp und Co.

Messenger: Kein Zugriff auf Chat-Verläufe für Sicherheitsbehören 

Innenminister Thomas de Maizière forderte erst kürzlich, die Sicherheitsbehörden müssten neben Telefongesprächen und SMS-Verkehr auch Messengerdienste überwachen können - diese gaben jetzt jedoch Kontra.

Die Betreiber von Messengerdiensten schließen eine Zusammenarbeit mit deutschen Sicherheitsbehörden zur Strafverfolgung oder Terrorabwehr aus. Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung stelle sicher, "dass nur Personen, mit der ein User kommuniziert, tatsächlich lesen können, was gesendet wurde", sagte ein Sprecher von WhatsApp der "Welt am Sonntag". Nicht einmal die Betreiber selbst hätten daher Zugriff auf Chat-Inhalte.

"Somit kann WhatsApp diese Inhalte nicht mit Dritten, auch nicht mit Sicherheitsbehörden, teilen", erklärte der Sprecher.

Auch das Schweizer Unternehmen Threema, das eine gleichnamige App zur verschlüsselten Kommunikation betreibt, schließt eine Zusammenarbeit mit Strafverfolgungsbehörden in Deutschland aus. "Threema untersteht Schweizer Gesetzgebung und ist nicht zu einer solchen Kooperation verpflichtet", sagte Firmen-Mitbegründer Martin Blatter der Zeitung. Eine entsprechende Gesetzesänderung in Deutschland habe darauf keine Auswirkung. "Eine solche Kooperation würde unseren Grundwerten widersprechen", sagte Blatter.

De Maizière: Sicherheitsbehörden sollen auch Messengerdienste überwachen können

Die Innenminister von Bund und Ländern hatten vor wenigen Tagen auf ihrer Frühjahrskonferenz in Dresden beschlossen, dass Sicherheitsbehörden künftig neben Telefongesprächen und SMS-Verkehr auch Messengerdienste überwachen können sollen. Die Behörden müssten rechtlich und technisch in die Lage versetzt werden, auch Nachrichten auf Messengerdiensten abgreifen zu können, wie es bereits bei Telefon und SMS möglich sei, argumentierte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU).

Im Gegensatz zu Telekommunikationsanbietern sind Messengerdienste bislang nicht gesetzlich verpflichtet, Polizei- oder Verfassungsschutzbehörden bei Ermittlungsverfahren den Zugang zu Kommunikation von Nutzern zu erlauben.

AFP

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

USA verschärfen wegen Rohingya-Krise Kurs gegenüber Myanmar
Washington (dpa) - Wegen der anhaltenden Gewalt gegen die muslimische Minderheit der Rohingya in Myanmar wollen die Vereinigten Staaten ihren Kurs gegenüber Myanmar …
USA verschärfen wegen Rohingya-Krise Kurs gegenüber Myanmar
Sieben aus Siebenhundert: Die Kandidaten für das Bundestagspräsidium
Das Bundestagspräsidium sorgt dafür, dass die Parlamentarier sich an die Regeln halten. In der kommenden Legislaturperiode könnte das so schwierig werden wie nie zuvor.
Sieben aus Siebenhundert: Die Kandidaten für das Bundestagspräsidium
264 Millionen Kinder und Jugendliche gehen nicht zur Schule
Zu den Zielen der UN gehört auch "Bildung für alle". Tatsächlich ist der Schulbesuch für Millionen Kinder aber weiter nur ein Traum.
264 Millionen Kinder und Jugendliche gehen nicht zur Schule
Bundestag konstituiert sich - Schon droht Ärger mit der AfD
Das höchste Staatsamt blieb Wolfgang Schäuble verwehrt, den zweithöchsten Posten soll er ab Dienstag bekleiden. Als Präsident des Bundestages muss er auch die AfD auf …
Bundestag konstituiert sich - Schon droht Ärger mit der AfD

Kommentare