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Der Angeklagte Ahmad A. (M) steht im Gerichtssaal im Landgericht in Hamburg neben seinem Anwalt Christoph Burchard (r) und einem Dolmetscher.

Asylbewerber angeklagt

Messerangriff in Hamburger Supermarkt: Lebenslange Haft gefordert

Auf Kunden und Passanten stach ein Asylbewerber im Sommer 2017 in einem Hamburger Supermarkt ein. Jetzt ist er wegen Mordes angeklagt. 

Im Prozess um den tödlichen islamistischen Messerangriff in einem Hamburger Supermarkt hat die Bundesanwaltschaft am Montag eine lebenslange Haftstrafe gefordert. Nach Angaben eines Sprechers des Oberlandesgerichts (OLG) der Hansestadt plädierte sie für eine Verurteilung des 27-jährigen Angeklagten Ahmad A. wegen Mordes und sechsfachen Mordversuchs. Zudem verlangte sie die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld.

Dies würde eine mögliche vorzeitige Entlassung erheblich erschweren. Die Verteidigung des Palästinensers regte nach Angaben des Sprechers an, die Feststellung der besonderen Schuldschwere zu überdenken, nannte ansonsten aber keine konkrete Strafmaßforderung. Der Angeklagte äußerte demnach in seinem sogenannten letzten Wort "eine Entschuldigung". Das Urteil soll in zwei Wochen am 1. März verkündet werden.

Der abgelehnte Asylbewerber hatte am 28. Juli vergangenen Jahres mit einem Küchenmesser in und vor dem Geschäft im Stadtteil Barmbek auf Kunden und Passanten eingestochen. Ein Mann starb, sechs weitere Menschen wurden verletzt.

A. hatte sich bereits zu Prozessauftakt im Januar in einer von seinem Verteidiger verlesene Erklärung schuldig bekannt. Dabei gab er an, seine Tat habe für ihn zum damaligen Zeitpunkt einen "religiösen Hintergrund" gehabt.

Nach Überzeugung der anklageführenden Bundesanwaltschaft beging er die Tat, weil er "Vergeltung" für die von ihm als ungerecht empfundene Behandlung von Muslimen weltweit verüben wollte. Ziel sei es gewesen, "wahllos" deutsche deutsche Staatsangehörige christlichen Glaubens zu töten.

Hinweise auf Kontakte zu islamistischen Extremistengruppen oder eine Einbindung in die salafistische Szene gab es bei dem Angeklagten nach Angaben der Anklage aber nicht. Auch wies er vor der Tat keine klaren Radikalisierungstendenzen auf.

Es gab demnach Phasen auffälligen religiösen Verhaltens, diese dauerten aber nur kurz. Zudem lebte er weiter nach westlichem Muster. Der Tatentschluss fiel wohl kurzfristig unter dem Eindruck von Eskalationen am Jerusalemer Tempelberg. Dafür machte er Deutschland mitverantwortlich.

afp

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