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Mikrofon noch an: Biden beleidigt Journalisten

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Joe Biden, Präsident der USA
Joe Biden, Präsident der USA © Andrew Harnik / dpa

US-Präsident Joe Biden ist wegen eines noch angeschalteten Mikrofons bei der vulgären Beschimpfung eines Journalisten erwischt worden.

Washington, D.C. - "Was für ein dummer Scheißkerl", sagte Biden am Montag im Weißen Haus über den Reporter Peter Doocy vom konservativen Nachrichtensender Fox News, wie auf Aufnahmen zu hören ist. Das Weiße Haus nahm die Bemerkung später sogar ins offizielle Protokoll der Pressekonferenz auf.

Doocy hatte Biden zum Ende einer Pressekonferenz beim Herauslaufen gefragt, ob die hohe Inflation in den USA seiner Demokratischen Partei bei den Kongress-Zwischenwahlen im November schaden könnte. "Nein, es ist ein großartiger Pluspunkt, mehr Inflation", sagte der noch an seinem Pult stehende Biden sarkastisch. Er murmelte daraufhin mit leiser Stimme. "Was für ein dummer Scheißkerl."

Biden verwendete dabei den Ausdruck "stupid son of a bitch". "Son of a bitch" gilt in den USA als weniger schlimme Beleidigung als die wörtliche deutsche Übersetzung "Hurensohn". Bidens Äußerungen waren auf den Aufnahmen klar zu vernehmen.

Doocy, der als Korrespondent seines Senders im Weißen Haus arbeitet, reagierte entspannt auf die Äußerung des Präsidenten. "Noch hat ihn niemand einem Faktencheck unterzogen und gesagt, dass das nicht wahr ist", sagte er lächelnd auf Fox News.

Doocy sagte später, dass Biden ihn angerufen habe. Dabei habe der US-Präsident gesagt: "Es ist nichts Persönliches, Kumpel."

Der konservative Nachrichtensender ist bekannt für eine äußerst kritische Berichterstattung über Biden, Doocy selbst fällt immer wieder mit hartnäckigen und auch provokativen Fragen an den Präsidenten auf. Fox News war lange Zeit auch der Lieblingssender von Bidens Vorgänger Donald Trump.

Biden wiederum ist bekannt dafür, dass er sich gerne umgangssprachlich äußert und sich auch immer wieder verbale Aussetzer leistet. Er hatte zu Beginn seiner Amtszeit allerdings seinen Mitarbeitern eingetrichtert, Journalisten gegenüber mit Respekt aufzutreten. Er wollte sich damit von Trump abgrenzen, der Journalisten immer wieder offen attackiert hatte.

Das Weiße Haus schien zu Bidens Bemerkung zu stehen: In der offiziellen Abschrift der Pressekonferenz wurde sie protokolliert - und geht damit in die offizielle Geschichtsschreibung ein. "Das gibt dem Ganzen das gewisse Etwas", kommentierte die Korrespondentin der "New York Times", Katie Rogers, auf Twitter.

fml

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