+
Die Bauern sollen an ihren Milchkühen bald mehr verdienen.

Milchgipfel am Montag

Landwirtschaftsminister verspricht Milchbauern Geld

Berlin - Vor dem Milchgipfel am Montag hat Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) umfangreiche finanzielle Hilfen für Milchbauern angekündigt. Lesen Sie, was sein Plan ist.

"Wir werden eine Reihe von Betrieben über Bürgschaften, Kredite sowie steuerliche Erleichterungen stützen", sagte er dem Nachrichtenmagazin "Focus". Beim aktuell sehr niedrigen Milchpreis gebe es viele Landwirte, die sonst das nächste halbe Jahr nicht überleben könnten.

Die Verbraucher seien bereit, mehr als den derzeit üblichen Preis zu zahlen, sagte Schmidt weiter. Er sei optimistisch, dass auch der Lebensmitteleinzelhandel hier seine Verantwortung sieht. Auch der Bauernverband hat den Handel bereits aufgefordert, den Preis für Milch im Supermarktregal wieder anzuheben. Er liegt derzeit bei 46 Cent pro Liter; die Landwirte bekommen von der Molkerei 20 Cent oder weniger ausbezahlt.

Mittelfristig sollen Milcherzeuger sich zu stärkeren Einheiten zusammenfinden können, wie Schmidt ankündigte. Sein Ministerium treibe zur besseren Angebotssteuerung dazu ein Agrarmarktstrukturgesetz voran. "Erzeugerorganisationen und Molkereien können dann für sechs Monate Absprachen zur Begrenzung oder Reduzierung der Milchmenge treffen." Aber: Die Branche müsse das aufgreifen. "Der Staat kann den Markt nicht ersetzen."

Zum Milchgipfel am Montag in Berlin sind Vertreter des Deutschen Bauernverbandes, des Deutschen Handelsverbandes und Vertreter von Molkereiverbänden eingeladen. Der Bund Deutscher Milchviehhalter, der eine Mengenreduzierung der Milch und eine Entschädigung der Bauern dafür fordert, ist nicht dabei.

In Deutschland und in ganz Europa wird seit Monaten mehr Milch produziert als nachgefragt. Das drückt die Preise auf ein Niveau, das viele Produzenten als ruinös bezeichnen. Gründe für den Verfall sind unter anderem das Auslaufen der Milchquote in der EU vor gut einem Jahr, das Embargo Russlands und eine schwächere Nachfrage aus China.

AFP

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Starker Andrang von Migranten: Essener „Tafel“ greift zu drastischem Mittel
75 Prozent der Kunden der Essener „Tafel“ waren zuletzt Migranten. Jetzt reagiert die Hilfsorganisation, die Lebensmittel an Bedürftige verteilt, darauf. 
Starker Andrang von Migranten: Essener „Tafel“ greift zu drastischem Mittel
Essener Tafel nimmt nur noch Deutsche auf
Essen (dpa) - Die Essener Tafel nimmt vorerst nur noch Bedürftige mit deutschem Pass neu in ihre Kartei auf. Grund sei, dass der Anteil der Migranten zuletzt auf drei …
Essener Tafel nimmt nur noch Deutsche auf
Kremlkritiker Nawalny vorübergehend in Moskau festgenommen
Moskau (dpa) - Der Kremlkritiker Alexej Nawalny ist rund drei Wochen vor der Präsidentenwahl vorübergehend in Moskau festgenommen worden. Ein Polizist habe ihn nach …
Kremlkritiker Nawalny vorübergehend in Moskau festgenommen
EuGH: Schwangere sind nicht vor Massenentlassungen sicher
Während der Schwangerschaft und nach der Geburt des Kindes sind Frauen vor Kündigungen geschützt - eigentlich. Doch es gibt Ausnahmen, wie ein europäisches Urteil zeigt. …
EuGH: Schwangere sind nicht vor Massenentlassungen sicher

Kommentare