Von der Leyen stellt Projekt vor

100 Millionen Euro für attraktivere Bundeswehr

Berlin  - Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen will in den nächsten fünf Jahren 100 Millionen Euro investieren, um die Bundeswehr zu einem der attraktivsten Arbeitgeber Deutschlands zu machen.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen will in den nächsten fünf Jahren 100 Millionen Euro investieren, um die Bundeswehr zu einem der attraktivsten Arbeitgeber Deutschlands zu machen. Die CDU-Politikerin legte am Freitag einen Katalog mit 29 Projekten vor - vom Ausbau der Kinderbetreuung über Teilzeitarbeit bis zur Modernisierung von Unterkünften.

„Die Freiwilligenarmee Bundeswehr soll jedem Vergleich mit der Wirtschaft standhalten“, sagte von der Leyen. Das gelte für Karrierechancen, Weiterbildung, moderne Arbeitsumgebung und Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Die Projekte sollen aus dem bestehenden Verteidigungshaushalt finanziert werden. Auf den Steuerzahler kommen also zunächst keine zusätzlichen Kosten zu.

Bundeswehrverband begrüßte von der Leyens Agenda

Der Koalitionspartner SPD äußerte sich skeptisch zu den Erfolgschancen der Agenda. Verteidigungsexperte Rainer Arnold nannte das Ziel, die Bundeswehr zu einem der attraktivsten Arbeitgeber zu machen, ein vermessenes Versprechen. „Man darf Erwartungen nicht enttäuschen“, mahnte er in der „Leipziger Volkszeitung“ (Samstag).

Der Bundeswehrverband begrüßte die Agenda von der Leyens dagegen. Der Vorsitzende André Wüstner forderte aber weitere Maßnahmen im sozialen Bereich und zur Sicherstellung von ausreichender Ausrüstung.

Um die Bundeswehr familienfreundlicher zu machen, sollen schon im nächsten Jahr die rechtlichen Bedingungen für mehr Teilzeitarbeit und Langzeitarbeitskonten geschaffen werden. Für Heimarbeit will von der Leyen 3000 Laptops sowie 3000 Tablet-Computer und Smartphones anschaffen. Die Kinderbetreuung soll mit 30 Eltern-Kind-Zimmern, 45 Plätzen in Kindertagesstätten und 110 Tagespflege-Projekten ausgebaut werden.

Den Soldaten im Einsatz soll die Kommunikation mit ihren Familien erleichtert werden. Sie sollen ab Mitte 2015 kostenlos telefonieren und im Internet surfen können. Laut Ministerium profitieren davon zwischen 15 000 und 30 000 Soldaten.

Die häufigen Versetzungen - für die meisten Soldaten das größte Problem - sollen eingeschränkt werden. Statt alle zwei bis drei Jahre sollen die Soldaten künftig nur noch alle vier bis sechs Jahre den Standort wechseln müssen.

Die Unterkünfte sollen modernisiert und neu eingerichtet werden. Fernseher und Kühlschränke werden nach den Plänen von der Leyens bald zur Standard-Ausstattung gehören.

Die Nachwuchsgewinnung soll durch Online-Bewerbungen und die Einrichtung eines Call-Centers für Job-Beratungen verbessert werden. Für Führungskräfte soll es künftig deutlich bessere Schulungen geben. Unter anderem ist alle vier Jahre ein „Intensivcoaching“ für 2000 Spitzenführungskräfte vom Oberst bis Vier-Sterne-General geplant.

Auch zur besseren Verankerung der Freiwilligen-Armee in der Gesellschaft plant von der Leyen mehrere Maßnahmen. Ab 2015 soll es einen „Tag der Bundeswehr“ geben. Zudem soll ein Preis an Persönlichkeiten verliehen werden, die sich in besonderem Maße für die Belange der Bundeswehr eingesetzt haben.

dpa

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