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Soldaten und Polizisten an einem Checkpoint in Kabul. Foto: Rahmat Gul

IS-Selbstmordattentäter

Afghanistan: Mindestens 13 Tote bei Anschlägen

In Kabul sprengt sich ein Teenager im dichten Berufsverkehr in die Luft, im Süden fahren Polizisten in eine Sprengfalle. So beginnt eine neue Woche in Afghanistan, wo der Krieg mit den radikalislamischen Taliban und dem IS sich weiter intensiviert hat.

Kabul (dpa) - Bei zwei Anschlägen in Afghanistan sind mindestens 13 Menschen getötet worden. Im Zentrum der Hauptstadt Kabul sprengte sich am Montagmorgen gegen 8.00 Uhr Ortszeit ein Selbstmordattentäter der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) vor einem Regierungsbüro in die Luft.

In der südlichen Provinz Helmand starben bei einem Anschlag mit einer Sprengfalle schon in der Nacht mindestens sechs Polizisten. Ein Sprecher des Innenministeriums sagte, der Attentäter von Kabul sei ein Teenager gewesen. Er riss sechs Menschen mit in den Tod, fünf weitere wurden verletzt. Unter den Todesopfern seien auch zwei Sicherheitskräfte, sagte Sprecher Nasrat Rahimi. Einer habe den jungen Mann als gefährlich erkannt und sei auf ihn zu gerannt. Die meisten anderen Opfer hätten in einem Auto gesessen, das vorbeigefahren sei, als der Attentäter den Sprengsatz zündete.

Ziel des Anschlags war offenbar eine Einrichtung des Geheimdienstes NDS. Der Tatort im Viertel Schaschdarak liegt außerdem in der Nähe der US-Botschaft und des Nato-Hauptquartiers. US-Präsident Donald Trump wurde über das Attentat unterrichtet, wie seine Sprecherin Sarah Sanders sagte.

Der IS reklamierte den Anschlag über die üblichen Kanäle im Internet für sich und behauptete, der Attentäter sei bis ans Tor der Einrichtung vorgedrungen und habe 30 Menschen getötet. Das angegriffene NDS-Zentrum sei "berüchtigt für die Folter der heiligen Krieger (des IS)".

In Kabul hat es in diesem Jahr mehr als 20 große Anschläge mit Hunderten Toten und Verletzten gegeben. Die meisten hatten die radikalislamischen Taliban oder der IS für sich reklamiert. Zu dem schwersten Anschlag - einer Lastwagenbombe vor der deutschen Botschaft im Mai mit etwa 150 Toten - gibt es aber bis heute kein Bekenntnis. Deutsche Ermittler halten das mit den Taliban eng verbündete Hakkani-Terrornetzwerk für verantwortlich.

In der südafghanischen Provinz Helmand fuhren Polizisten im Mardscha-Bezirk mit einem gepanzerten Fahrzeug auf eine an der Straße versteckte Bombe. Neben den sechs getöteten Beamten wurden sechs weitere verletzt, wie ein Sprecher der Provinzregierung sagte. Wer hinter der Tat steckte, blieb zunächst unklar. Die Taliban legen landesweit Tausende solcher Sprengsätze. Die IED genannten Bomben ("improvised explosive device") sollen Truppenbewegungen aufhalten.

16 Jahre nach dem Einmarsch internationaler Truppen in Afghanistan kontrollieren die Taliban nach Angaben von Militärs wieder um die 13 Prozent des Landes und kämpfen um weitere 30 Prozent. Auch deshalb schicken die USA und einige Nato-Staaten nun wieder Tausende zusätzliche Soldaten in das Land.

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