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Mit diesem Bus sollten syrische Rebellen und deren Familien aus belagerten Orten evakuiert werden.

126 Menschen gestorben

Anschlag auf evakuierte Syrer - 68 Kinder unter den Toten

Damaskus - Ein Abkommen zwischen Regierungsanhängern und Rebellen in Syrien sieht vor, dass Tausende vier belagerte Orte verlassen. Weil die Umsetzung stockt, mussten sie nahe Aleppo warten. Dann explodiert eine Bombe.

+++ 2. Update: 

Über die Hälfte der mehr als 100 Opfer eines verheerenden Bombenanschlags auf Busse im Norden Syriens waren Aktivisten zufolge Kinder. Die Zahl der Toten sei auf 126 gestiegen, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Sonntag. Davon seien 68 Kinder und 13 Frauen gewesen.

+++ Update vom 16. März 2017: Die Zahl der Toten bei dem Bombenanschlag auf Busse mit umgesiedelten Syrern im Norden des Bürgerkriegslandes ist Aktivisten zufolge auf mindestens 112 gestiegen. Es gebe zudem eine große Zahl von Verletzten, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Sonntag.

Bei einem Autobombenanschlag auf Busse mit umgesiedelten Menschen aus zwei belagerten Orten sind im Norden Syriens mindestens 43 Menschen getötet worden. Dutzende seien verletzt worden, meldete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

Die Bombe sei westlich der Stadt Aleppo detoniert, wo die Fahrzeuge auf ihre Weiterfahrt gewartet hätten. Unklar war zunächst, wer für die Explosion verantwortlich ist. Die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana sprach von einem Anschlag von "Terroristen". Oppositionelle Aktivsten beschuldigten hingegen Anhänger der Regierung, hinter der Bombe zu stecken.

Bilder im Internet zeigten ausgebrannte Busse und Autos. Zahlreiche Leichen lagen auf der Straße. Helfer versuchten, das Feuer zu löschen. Die Busse hatten am Freitagmorgen rund 5000 Menschen aus den von Rebellen belagerten Orten Fua und Kafraja gebracht.

Umsetzung des Evakuierungsabkommens war ins Stocken geraten

Sie saßen nahe Aleppo fest, weil die Umsetzung eines Abkommens zwischen Regierungsanhängern und Rebellen über den Abzug von Zivilisten und Kämpfern aus insgesamt vier belagerten Orten stockte. Nach Angaben von Aktivisten stoppte die Al-Kaida-nahe Organisation Tahrir al-Scham die Fahrzeuge, weil sie den Regierungsanhängern vorwarf, sich nicht an die Abmachung gehalten zu haben.

Die Eingigung war vom Iran und von Katar vermittelt worden. Sie sieht vor, dass zeitgleich auch rund 2200 Menschen die beiden von Regierungskräften eingeschlossenen Orte Madaja und Sabadani verlassen. Die Busse waren am Freitagmorgen in den vier Orten gestartet und erreichten in der Nacht zwei unterschiedliche Busstationen westlich von Aleppo, wo sie seitdem warten mussten.

"Wie ein kleines Gefängnis"

Der Aktivist Nahel Nur berichtete, nach der Explosion herrsche unter den Menschen Angst und Panik. Schon zuvor hatte sich das Warten auf die Weiterfahrt zu einem Nervenspiel entwickelt. Nur erklärte, die humanitäre Lage der Wartenden sei sehr schwierig. Die Menschen - darunter viele Frauen und Kinder - hätten seit Freitagmorgen weder geschlafen noch gegessen. Es gebe kaum Toiletten. "(Das ist wie) ein kleines Gefängnis", schrieb Nur über Textnachrichten.

Im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) drang unterdessen ein von Kurden angeführtes Bündnis erstmals in die strategisch wichtige Stadt Al-Tabka im Norden Syriens ein. Die Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) teilten mit, sie seien nach heftigen Kämpfen in Vororte der Stadt eingerückt.

Al-Tabka liegt direkt an der Talsperre des Assad-Stausees, die für die Stromerzeugung und Bewässerung bedeutend ist. Die Einnahme der Stadt gilt als wichtige Etappe einer Offensive, die den IS aus seiner weiter östlich gelegenen Hochburg Al-Rakka vertreiben will.

Derweil haben die Außenminister von Großbritannien und Frankreich Syriens Staatschef Assad gedroht.

dpa

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