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Männer tragen am 15.06.2017 in Mogadischu (Somalia) die Leiche eines Opfers, das bei einem Angriff der Terrorgruppe Al-Shabaab ums Leben kam.

Selbstmord-Attentat

Mindestens 20 Tote bei Terror-Anschlag auf Restaurants in Mogadischu

Bei Anschlägen auf zwei beliebte Restaurants in Mogadischu sind mindestens 20 Menschen getötet worden. In einem der Restaurants wurden Menschen als Geiseln festgehalten.

Mindestens 20 Menschen starben bei dem Attentat, weitere 35 wurden verletzt. Somalische Soldaten hatten am Donnerstagmorgen eine Geiselnahme in einem der beiden Restaurants nach elf Stunden beendet.

Die Terrormiliz Al-Shabaab bekannte sich über den Radiosender Al Andalus zu dem Attentat. Die angegriffenen Ziele seien Nachtclubs, in denen nicht-islamische Geschäfte betrieben würden, hieß es. Mindestens zwei Angreifer wurden Behördenangaben zufolge erschossen.

Im Kurznachrichtendienst Twitter veröffentlichte Bilder und Videos zeigen ein zerstörtes Hotelgebäude, in dem sich eines der Restaurants befand.

Selbstmordattentäter sprengte sein Auto in die Luft

In dem Video-Standbild steht ein Ambulanzwagen am 14.06.2017 in Mogadischu, Somalia, in der Nähe des Tatortes eines Anschlags auf zwei beliebte Restaurants.

Ein Selbstmordattentäter habe sein Auto am Mittwochabend gegen 20.00 Uhr (Ortszeit/19.00 MESZ) vor dem Eingang des „Posh“-Restaurants in die Luft gesprengt, berichtete der Polizist Ali Hassan der Deutschen Presse-Agentur. Durch die Explosion sei auch das benachbarte, sehr beliebte „Pizza House“-Restaurant getroffen worden.

Bewaffnete Angreifer hatten beide Restaurants gestürmt und in einem der Gebäude Geiseln festgehalten. Es sei jedoch sehr schwer, sie zu befreien, da die Verdächtigen den Strom abgestellt hätten, sagte Hassan.

Sicherheitskräfte fanden am Donnerstagmorgen die Leichen von acht Menschen in der Pizzeria, unter ihnen sechs junge Frauen. Sie seien offensichtlich von den Terroristen erschossen worden.

Aus einem Restaurant wurden einige Menschen gerettet, wie ein Sicherheitsmitarbeiter sagte. Unter ihnen seien Kenianer und Äthiopier gewesen.

Immer wieder Anschläge von Extremisten in Somalia

Die sunnitischen Extremisten von Al-Shabaab kämpfen seit Jahren um die Vorherrschaft in Somalia. Sie wollen dort einen sogenannten Gottesstaat errichten. Sie führen immer wieder Angriffe und Anschläge in dem Staat am Horn von Afrika aus. Beim Kampf gegen die Terroristen sind bereits Tausende Menschen ums Leben gekommen.

Der arabische Fernsehsender Al-Arabija berichtete unter Berufung auf das in Washington ansässige Africa Center for Strategic Studies, dass Al-Shabaab allein im vergangenen Jahr mehr als 4200 Menschen getötet habe.

Die Mission der Afrikanischen Union für Somalia hat mehr als 20 000 Soldaten in dem Land stationiert, um der Regierung im Kampf gegen Al-Shabaab zu helfen.

dpa

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