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Opfer des jüngsten Flüchtlingsdramas im türkischen Ort Rumeli Feneri. Foto: Erdem Sahin

Mindestens 21 Bootsflüchtlinge vor Istanbul ertrunken

Istanbul (dpa) - Beim Untergang eines Flüchtlingsboots vor der Küste Istanbuls sind mindestens 21 Menschen ums Leben gekommen. Sechs Menschen seien gerettet worden, teilte die türkische Küstenwache nach Angaben der Nachrichtenagentur Dogan weiter mit.

Zuvor hatte die Küstenwache von 24 Toten und sieben Geretteten gesprochen. Das Istanbuler Gouverneursamt bestätigte zunächst nur den Tod von vier Menschen. Das Boot sei in den frühen Morgenstunden am nördlichen Ende des Bosporus in der Nähe der Mündung zum Schwarzen Meer gesunken. Die Küstenwache suchte weiter nach Vermissten.

Verkehrsminister Lütfü Elvan sagte in der südtürkischen Stadt Ermenek, das Boot habe eine Kapazität für 30 Menschen gehabt, an Bord seien jedoch etwa 40 Flüchtlinge gewesen. Neun hätten afghanische Ausweise bei sich getragen.

Der Sender CNN Türk berichtete unter Berufung auf einen Mitarbeiter der Rettungskräfte, die meisten Toten seien Kinder. Das Boot sei vermutlich auf dem Weg nach Bulgarien gewesen.

Die Türkei hat nach Regierungsangaben mehr als 1,5 Millionen Flüchtlinge alleine aus dem Bürgerkriegsland Syrien aufgenommen. Viele Flüchtlinge vor allem aus Syrien und Afghanistan versuchen, über die Türkei in die Europäische Union zu gelangen.

Die Landgrenzen in die EU-Mitgliedsländer Bulgarien und Griechenland werden scharf kontrolliert. Im Juni errichtete Bulgarien einen 30 Kilometer langen Grenzzaun zur Türkei, um Flüchtlinge abzuhalten. Die Schleuser weichen daher auf die Seerouten aus. Menschenrechtsorganisationen wie Pro Asyl kritisieren die Grenzpolitik der EU.

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