Verheerender Anschlag in Ägypten: Zahl der Toten auf 155 gestiegen

Verheerender Anschlag in Ägypten: Zahl der Toten auf 155 gestiegen
+
Nach der Explosion in Suruc sichern Polizisten spuren am Tatort. Foto: EPA/Depo Photos/Str

Etwa 100 Verletzte

Mindestens 31 Tote bei IS-Anschlag in Suruc

Istanbul - Ankara vermutet die Terrormiliz Islamischer Staat hinter dem Blutbad. Bei der Explosion einer Bombe in einer Grenzstadt nahe Syrien sterben Dutzende Jugendliche. Sie wollten nach Kobane reisen und dort Menschen helfen.

In der Türkei sind beim schwersten Terroranschlag seit mehr als zwei Jahren mindestens 31 Menschen getötet worden.

Wie der stellvertretende Ministerpräsident Numan Kurtulmus am späten Montagabend nach Medienangaben mitteilte, starb ein Verletzter am Abend. Rund 100 Menschen wurden verletzt.

Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu sagte am Montag in Ankara, es gebe nach ersten Erkenntnissen Hinweise auf einen Selbstmordanschlag der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Der Täter sei jedoch noch nicht identifiziert worden.

Der Sprengsatz explodierte nach Medienberichten im Garten eines Kulturzentrums in der Grenzstadt Suruc. Dort hatten sich Anhänger einer sozialistischen Jugendorganisation zu einer Pressekonferenz versammelt. Rund 300 Jugendliche hätten an dem Treffen teilgenommen. Nach Angaben der Organisation wollten sie ins benachbarte Kobane nach Syrien reisen, um dort Hilfe zu leisten.

Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan verurteilte die Tat. Im Zentrum Istanbuls gingen am Montagabend mehrere Tausend Menschen aus Protest gegen den Anschlag auf die Straße. Die Polizei setzte Tränengas ein und löste die Demonstration auf.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilte den Anschlag scharf. "Kein Grund oder Missstand kann je einen Anschlag auf Zivilisten rechtfertigen", sagte Ban laut einer am Montag von den Vereinten Nationen in New York verbreiteten Mitteilung. Er hoffe, dass die Verantwortlichen rasch identifiziert und zur Rechenschaft gezogen würden. Den Angehörigen der Opfer sprach Ban sein Beileid aus.

Die syrisch-kurdische Stadt Kobane war im vergangenen Jahr Schauplatz heftiger Kämpfe zwischen kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG) und dem IS gewesen. Ende Januar befreiten die kurdischen Milizen Kobane aus den Händen des IS.

Kurz nach der Explosion in Suruc wurden in Kobane mindestens zwei Kämpfer der kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG) durch eine Autobombe getötet. Kurdensprecher Idriss Nassan sagte der Deutschen Presse-Agentur, die Bombe sei an einem Kontrollpunkt in der Nähe einer Schule explodiert.

Der Anschlag in Suruc ist der schwerste in der Türkei, seit im Mai 2013 in der Grenzstadt Reyhanli zwei Autobomben explodierten und 51 Menschen in den Tod rissen. Die türkische Regierung machte damals die linksextreme DHKP-C mit Kontakten zum syrischen Regime für die Tat verantwortlich. Der syrische Präsident Baschar al-Assad wies den Vorwurf zurück. Ankara betreibt den Sturz Assads. Ihre Truppen an der Grenze zu Syrien hat die Türkei in den vergangenen Wochen verstärkt.

Erklärung Innenministerium

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Schulz: SPD-Mitglieder entscheiden Regierungsbeteiligung
Also doch große Koalition? Nach ihrem harschen Nein zu einer weiteren GroKo bewegen sich die Sozialdemokraten allmählich in eine andere Richtung. Möglichst behutsam, um …
Schulz: SPD-Mitglieder entscheiden Regierungsbeteiligung
EU-Ostgipfel: Partner bekommen keine EU-Beitrittsperspektive
Die schwierigen Brexit-Verhandlungen und die deutsche Regierungskrise überschatten den EU-Ostgipfel in Brüssel. Vor allem der ukrainische Präsident Poroschenko hätte …
EU-Ostgipfel: Partner bekommen keine EU-Beitrittsperspektive
Seehofer-Kritiker bestehen auf Personal-Entscheidung bis 4. Dezember
Gemeinsam mit einem Beraterkreis will CSU-Chef Seehofer eine „befriedende“ Lösung für die Dauer-Personal-Querelen in seiner Partei suchen. Die Zeit drängt, nicht nur …
Seehofer-Kritiker bestehen auf Personal-Entscheidung bis 4. Dezember
Jamaika? Kenia? Bahamas? Diese Koalitionen sind möglich
Früher war alles einfacher: Da sprach jeder noch von Großer Koalition oder Ampel-Koalition. Heute heißt es Jamaika und Kenia. Hier erfahren Sie, welche …
Jamaika? Kenia? Bahamas? Diese Koalitionen sind möglich

Kommentare