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Das nigerianische Militär kämpft im Nordosten gegen die Terrorgruppe Boko Haram. Foto: Edwin Kindzeka Moki/Archiv

Beschuss von Flüchtlingslager

Mindestens 50 Tote bei Luftangriff in Nigeria

Das nigerianische Militär kämpft im Nordosten gegen die Terrorgruppe Boko Haram. Nun hat ein Luftangriff versehentlich ein dicht besiedeltes Flüchtlingslager getroffen. Die Folgen sind fatal.

Paris/Abuja (dpa) - Ein nigerianisches Kampfflugzeug hat versehentlich ein Flüchtlingslager bombardiert und dabei mindestens 50 Menschen getötet.

In dem Lager Rann nahe der Stadt Maiduguri im nordöstlichen Bundesstaat Borno seien zudem weitere 120 Menschen verletzt worden, berichtete die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) in Paris mit Verweis auf örtliche Mitarbeiter. Das nigerianische Militär hatte zuvor von "Dutzenden Toten" gesprochen.

Das Rote Kreuz erklärte, sechs örtliche Mitarbeiter der Hilfsorganisation seien getötet und mindestens 13 weitere verletzt worden. Sie gehörten zu den Teams, die in dem Lager rund 25 000 Binnenflüchtlinge versorgen, wie die Organisation auf Twitter erklärte.

Der Luftangriff hatte dem Militär zufolge einer Versammlung von Mitgliedern der islamistischen Terrororganisation Boko Haram gelten sollen, wie Generalmajor Lucky Irabor erklärte. Die Streitkräfte hätten Hubschrauber geschickt, um die Verletzten zu bergen. Wie viele Menschen genau getötet oder verletzt worden seien, sei noch unklar.

Die Helfer vor Ort seien schockiert, erklärte MSF. Die Mitarbeiter der Organisation seien bereit, Erste Hilfe zu leisten. Dafür müssten die Behörden allerdings dafür sorgen, dass Verletzte in Sicherheit gebracht werden könnten - das gelte für den Land- und den Luftweg. Teams von MSF im Tschad und in Kamerun stünden bereit, die Verletzten zu behandeln.

Die sunnitischen Fundamentalisten der Boko Haram haben seit 2009 bei Angriffen und Anschlägen im Nordosten Nigerias und angrenzenden Gebieten mindestens 14 000 Menschen getötet. Rund 2,7 Millionen Menschen sind UN-Angaben zufolge vor der Gewalt geflohen. Auch die Menschen im Lager Rann haben zum Großteil Schutz vor dem Terror der Boko Haram gesucht.

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