+
In Kabul haben Angreifer eine internationale Hilfsorganisation angegriffen. Dabei wurde mindestens ein Zivilist getötet. Foto: Hedayatullah Amid

Mindestens ein Toter bei Angriff auf Kabuls Zentrum

Kabul (dpa) - Bewaffnete Angreifer haben in der Kabuler Innenstadt ein oder mehrere Gebäude der internationalen Nichtregierungsorganisation Care angegriffen. Das bestätigte der Sprecher des Innenministeriums, Sedik Sedikki. Es handele sich wohl um zwei Angreifer.

Sicherheitskräfte versuchten, "die Gegend zu befreien". Bei den Gefechten sei ein Zivilist getötet worden, sechs Menschen wurden demnach verwundet. Man habe bisher 31 Menschen gerettet.

Care arbeitet - mit Unterbrechungen - seit 1961 vor allem an Bildungsprogrammen für Mädchen. Andere Tätigkeitsfelder sind laut Webseite der Organisation Frauenförderung, ländliche Entwicklung und Nothilfe.

Ein Polizeioffizier sagte, die Angreifer hätten Geiseln genommen. Der Mann wollte namentlich nicht genannt werden. Ausländer seien nicht unter den Geiseln. Es könnten noch drei bis vier Angreifer in dem Gebäude sein, sagte der Offizier. Sie hätten sich in einem "schusssicheren Raum" verschanzt. Man wende nun schweres Geschütz an. Ministeriumssprecher Sedikki wollte das nicht bestätigen.

Sicherheitskräfte nahe dem Anschlagsort sagten, in der Nacht seien drei Angreifer in das Haus eingedrungen, zwei seien getötet worden. Den ganzen Morgen über waren Schusswechsel und Explosionen zu hören. Bisher hat sich niemand zu der Tat bekannt.

Um kurz nach 23.00 Uhr hatten die Angreifer vor dem Haus im belebten Einkaufs- und Hotelviertel Schar-e Nau zunächst eine Autobombe gezündet. Die Gegend um den Anschlagsort blieb am Morgen weiträumig abgesperrt. Die Wucht der Explosion hatte im ganzen Viertel Fensterscheiben zersplittern lassen.

Nur wenige Stunden vor dem nächtlichen Anschlag waren bei einem Doppelanschlag der radikalislamischen Taliban vor dem Verteidigungsministerium mindestens 24 Menschen getötet und mehr als 90 worden.

Care International in Afghanistan

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Parlament in Den Haag erkennt Völkermord an Armeniern an
Ein dunkles Kapitel in der Geschichte der Türkei: Der Massenmord an Armeniern 1915. Es war Völkermord, sagt das niederländische Parlament. Ankara reagierte prompt.
Parlament in Den Haag erkennt Völkermord an Armeniern an
Merkel spricht von „Massaker“ in Ost-Ghuta
Täglich bombardieren Syriens Regierungstruppen das Rebellengebiet Ost-Ghuta. 400.000 Menschen sind dort eingeschlossen, die humanitäre Lage ist dramatisch. Doch im …
Merkel spricht von „Massaker“ in Ost-Ghuta
Bundestag lehnt AfD-Antrag um umstrittene Yücel-Texte ab
Auch nach seiner Freilassung sorgt Deniz Yücel weiter für Diskussionen in der deutschen Politik-Landschaft. Eine Forderung der AfD, den „Welt“-Journalisten für einzelne …
Bundestag lehnt AfD-Antrag um umstrittene Yücel-Texte ab
Union und SPD dämpfen Erwartung eines kostenlosen Nahverkehrs
Mit ihrem Brief nach Brüssel hat die Bundesregierung eine Debatte über kostenlosen Nahverkehr losgetreten, der laut der meisten Parteien unrealsistisch sei. Die Linken …
Union und SPD dämpfen Erwartung eines kostenlosen Nahverkehrs

Kommentare