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Der Markt in Marat al-Numan in der nordsyrischen Provinz Idlib.

Märkte und Wohngebiete getroffen

Mindestens 44 Tote bei Luftangriffen in Syrien

Idlib - Trotz der Waffenruhe in Syrien sind bei Luftangriffen im Norden des Bürgerkriegslandes laut Aktivisten mindestens 44 Menschen ums Leben gekommen.

Bei den meisten Opfern handele es sich um Zivilisten, darunter drei Kinder, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Dienstag. Dutzende Menschen seien verletzt worden. Regimegegner machten die syrische Luftwaffe für die Angriffe auf die Stadt Marat al-Numan und den in der Nähe liegenden Ort Kafr Nabl verantwortlich.

Einwohner berichteten, das Regime habe Märkte und Wohngebiete mit international geächteten Fassbomben angegriffen. Die oppositionelle Nachrichtenseite „Orient News“ meldete, in Marat al-Numan seien 40 Menschen getötet worden, in Kafr Nabl sieben.

In Marat al-Numan ist neben moderateren Rebellen die Al-Nusra-Front stark vertreten, syrischer Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida. Die Extremisten sind wie die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) von der im Februar ausgehandelten Waffenruhe ausgenommen. Aus Protest gegen die zunehmende Gewalt im Land hatte Syriens Opposition am Montag ihre Teilnahme an den Genfer Friedensgesprächen vorübergehend ausgesetzt.

Angeblich türkische Angriffe auf IS-Kämpfer im Irak

Im Norden des Irak haben sich türkische Soldaten und mutmaßliche Kämpfer der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) nach Angaben aus Ankara heftige Zusammenstöße geliefert. Türkische Soldaten hätten einen Angriff auf einen ihrer Panzer erwidert und dabei 32 mutmaßliche IS-Kämpfer getötet, meldete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu am Dienstag. Nach Angaben der Agentur Dogan blieben die türkischen Soldaten unverletzt.

Der Vorfall ereignete sich den Agenturen zufolge nahe des türkischen Lagers Baschika im Nordirak. Von unabhängiger Seite ließen sich die Darstellungen zunächst nicht bestätigen.

Anadolu und Dogan berichteten übereinstimmend, zunächst seien zehn mutmaßliche IS-Kämpfer bei einem Angriff auf ein Haus getötet worden, in dem sie sich verschanzt hatten. Weitere 22 mutmaßliche Islamisten seien getötet worden, als sie vor den türkischen Truppen fliehen wollten.

Die militärische Präsenz des Nato-Mitglieds Türkei im Nordirak führt immer wieder zu Spannungen zwischen Ankara und der irakischen Zentralregierung in Bagdad. Die Türkei begründet ihre Anwesenheit auf dem Gebiet des Nachbarlandes vor allem mit dem Kampf gegen den IS. Der Irak unterstellt der Türkei, mit der Militärpräsenz ihren Einfluss in der Region ausbauen zu wollen.

dpa

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