Nach dem Beschluss

Mindestlohn: Nahles räumt Preisanstiege ein

Berlin - Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles hat eingeräumt, dass der soeben vom Bundestag beschlossene Mindestlohn in einigen Bereichen auch zu steigenden Preisen führen wird.

Die Gewinnmarge manches Unternehmens werde sinken, „und ja, im Einzelfall gibt es sicher auch ein Plus bei den Preisen“, sagte die SPD-Politikerin dem „Tagesspiegel am Sonntag“. Allerdings seien die Mindestlohnempfänger auch Konsumenten. Dank ihres höheren Einkommens könnten sie künftig mehr Dienstleistungen und Produkte kaufen. „Alles in allem wird der volkswirtschaftliche Effekt positiv sein“, sagte Nahles. Zudem stiegen die Einnahmen der sozialen Sicherungssysteme, was diese stabiler mache.

Nach dem Beschluss des Bundestages versicherte Nahles, „den Umgang mit dem Mindestlohn in Deutschland genau im Auge behalten“ zu wollen. Um Verstößen auf die Spur zu kommen, werde beim Zoll eine „Hotline“ eingerichtet, kündigte die Ministerin an. „Da können Arbeitnehmer anrufen, aber auch Arbeitgeber, wenn sie mitbekommen, dass der Konkurrent Lohndumping betreibt.“ Nahles zeigte sich zuversichtlich, dass die SPD dank ihrer Reformen aus den niedrigen Umfragewerten herauskommen wird. „Gerade der Mindestlohn wird uns viel verlorenes Vertrauen zurückbringen“, sagte sie. „Es gibt ihn nur, weil die SPD in der Regierung ist.“

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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