Razzia gegen Islamisten in Berlin

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In Landestracht: Gerd Müller (CSU) zog bei seinem Besuch in Nigeria den geschenkten Kaftan gleich an.

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Minister Müller in Nigeria: "Land der Extreme"

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München - CSU-Minister Gerd Müller will in Nigeria den Schutz von Schulen unterstützen. Und sich für die von Boko Haram entführten Mädchen einsetzen.

Der Besuch im von Terror erschütterten Nigeria beginnt mit einem Albtraum für die deutschen Sicherheitsbeamten. Spontan packt der lokale Gouverneur den Bundesminister Gerd Müller (CSU) in seinen Privatwagen, steuert persönlich in beachtlichem Tempo durch die Stadt Abeokuta, zeigt dies und das. Die Kolonne mit den entsetzten Personenschützern, die ihrem Minister eigentlich niemals von der Seite weichen dürfen, kommt kaum hinterher.

Alles geht gut. Der ausgebüchste Müller entsteigt dem Wagen schließlich unverletzt und guter Dinge, nur der enge Zeitplan ist kaputt. „Spannendes Land“, sagt er später am Telefon, „ein Land der Extreme. Wir müssen unser Nigeria-Bild anpassen.“

Zwei Tage Blitzbesuch absolviert der deutsche Entwicklungsminister, Rückreise in der Nacht zu heute. Er trifft auf ein heterogenes Land und wirbt für ein differenziertes Bild. Öl-Einnahmen, eine wachsende Wirtschaft und Stabilität im Süden machen den Staat zum prosperierendsten in ganz Afrika. „Ein Ankerland“, sagt Müller. Trotzdem hungern 108 Millionen Menschen, zwei Drittel der Bevölkerung. Im Norden herrschen Gewalt und Schrecken. Die islamistische Terrorgruppe „Boko Haram“ hat dort über 200 zumeist christliche Mädchen entführt. Alle internationalen Bemühungen um eine Freilassung blieben bisher erfolglos. Statt dessen folgten weitere Entführungen.

Müller weiß, dass er allein das kaum ändern wird. Er hält sich auch bei einem Treffen mit Präsident Goodluck Jonathan, dem bisher wenig Einsatz für das Schicksal der Mädchen nachgesagt wird, mit scharfer Kritik zurück. „Oberstes Ziel ist, ohne Blutvergießen die Mädchen zu retten“, sagt der CSU-Minister unserer Zeitung, schließt aber einen Einsatz deutscher Sondereinheiten in der operativen Unterstützung aus. „Die nigerianischen Sicherheitskräfte müssen und werden dieses Thema selbst lösen.“ Bei „Boko Haram“ handle es sich um „Terrorismus in seiner brutalsten Form. Ich sehe darin keinen Religionskrieg, sondern wahlloses Morden einer Verbrecherbande.“

Müller will Schulen schützen

Aktiv werden will Müller beim Schutz von Schulen. Auf britischen Vorschlag soll ein Fonds in die Sicherheit an Schulen investieren. „Das halte ich für den richtigen Weg“, sagt Müller. Er will auch einen deutschen Beitrag für den hälftig von der nigerianischen Wirtschaft zu füllenden 20-Millionen-Euro-Topf prüfen. Müller setzt zudem mit dem Besuch einer Mädchenschule im Süden des Landes ein politisches Signal. Die 1500 Schülerinnen übrigens empfangen den Allgäuer begeistert wie einen Popstar.

Wie bei seinen bisherigen Besuchen in Afrika, zuletzt in Mali und im Südsudan, reist Müller nicht mit dem Scheckbuch. Nigerias Finanzministerin legt er vielmehr nahe, innerhalb des Landes einen funktionierenden Finanzausgleich der Provinzen einzurichten. Er weiß, dass das Ungleichgewicht entschärft werden muss: „Armut und Perspektivlosigkeit sind der Nährboden für Terror und Unruhen.“

Auf dem Agrar-Sektor bietet er Hilfen bei der Wissenschafts-Zusammenarbeit an. Unter anderem könnte die Hochschule Weihenstephan helfen. Nigeria, sagt Müller, „importiert Lebensmittel, obwohl es das Potenzial hätte, zum Exporteur zu werden“

cd

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