+
Minister Schmidt: "Ich erwarte, dass die wachsende kulturelle Vielfalt zu einem größeren Angebot führt und nicht zu einem geringeren". Foto: Carsten Rehde

Minister: Schweinefleisch nicht von Speiseplänen streichen

Berlin (dpa) - Bundesernährungsminister Christian Schmidt hat davor gewarnt, Schul- oder Kantinenessen aus Rücksicht auf Muslime einzuschränken: "Ich nehme es mit Besorgnis wahr, dass Schweinefleisch in Schulen und Kantinen vom Speiseplan genommen wird".

"Unser Weg kann doch nicht sein, dass wir kulturelle Unterschiede bei der Ernährung mit der Suche nach dem kleinsten gemeinsamen Nenner beantworten. Ich erwarte, dass die wachsende kulturelle Vielfalt zu einem größeren Angebot führt und nicht zu einem geringeren", sagte der CSU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Man könne die Verpflegung in Kitas und Schulen nicht allein an Kriterien wie "halal" oder "koscher" ausrichten - oder Schweinefleisch einfach vom Speiseplan streichen, meinte Schmidt. Zwar bedeute ein vielfältiges Nahrungsangebot einen höheren Aufwand. "Aber wenn wir in unserer Gesellschaft den Respekt vor kulturellen Befindlichkeiten und Traditionen erhalten wollen, müssen wir uns dieser Mühe unterziehen." Jeder habe das Recht, das zu essen, was er gewohnt sei. "Der Kompromiss kann nicht sein, dass jeder nur noch Salatblätter zu sich nimmt."

Schmidt weiter: "Wenn sich dieser Trend fortsetzt, nur noch den kleinsten gemeinsamen Nenner anzubieten, ist der Gesetzgeber gefordert." Er vertraue allerdings darauf, dass die Diskussion darüber zu einer Umkehr führe.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Im Wortlaut: Was Trump mit erhobener Faust sagte
Washington - In seiner Antrittsrede am Freitag hat der neue US-Präsident Donald Trump das amerikanische Volk in den Mittelpunkt gestellt. Hier Trumps Worte in Auszügen,
Im Wortlaut: Was Trump mit erhobener Faust sagte
Kommentar: Auswandern zu Trump?
Die Inflation kehrt zurück, gleichzeitig hat EZB-Chef Draghi in der Pressekonferenz am Donnerstag betont, noch lange an seinen Nullzinsen festhalten zu wollen. Für …
Kommentar: Auswandern zu Trump?
Reaktionen auf Trumps erste Rede als US-Präsident
Washington - Donald Trump hat in seiner ersten Rede als US-Präsident die Parole „Amerika zuerst“ ausgegeben - und damit auch für Besorgnis gesorgt. In Deutschland kommt …
Reaktionen auf Trumps erste Rede als US-Präsident
Anti-Trump-Proteste in Washington: Fast 100 Festnahmen
Washington - Am Tag der Amtseinführung von Donald Trump randalierten vermummte Demonstranten im Stadtzentrum von Washington. Proteste gab es auch in New York. 
Anti-Trump-Proteste in Washington: Fast 100 Festnahmen

Kommentare