Ministerium bezweifelt Bericht über Verstoß gegen ISAF-Mandat

Berlin - Mehrere Bundeswehrsoldaten sollen 2002 in Afghanistan mit Wissen ihrer Vorgesetzten außerhalb des vorgeschriebenen Mandatsgebietes für die ISAF-Schutztruppe operiert haben. Dies behauptet der frühere Bundeswehr-Soldat Achim Wohlgethan, der im Jahr 2002 nach eigenen Angaben für Sonderaufgaben bei der Kabul-Brigade eingesetzt wurde.

Die Erlebnisse des ehemaligen Stabsunteroffiziers sind in dem Buch "Endstation Kabul" (Econ-Verlag) zusammengefasst, mit dessen Vorababdruck das Hamburger Magazin "Stern" an diesem Donnerstag beginnt.

Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums bezweifelte am Mittwoch wesentliche Inhalte der Behauptungen des Soldaten, die das Magazin in einer Pressemitteilung veröffentlichte. Das für ISAF geltende Mandatsgebiet für 2002 sei von den Vereinten Nationen festgelegt worden und habe "Kabul und Umgebung" umfasst. Er bezweifelte außerdem, dass der 2006 aus der Bundeswehr ausgeschiedene 41 Jahre alte Stabsunteroffizier aufgrund seines relativ niedrigen militärischen Ranges die gesamte Sicherheitsstruktur habe überblicken können.

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