+

Forderung nach mehr Personal ignoriert

Ministerium ließ Flüchtlingsamt im Stich

Nürnberg - Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hat schon frühzeitig um mehr Personal wegen der Flüchtlingskrise gebeten - das Innenministerium kam den Forderungen jedoch nicht nach.

Die Nürnberger Behörde habe schon im Januar 2014 rund 900 zusätzliche Stellen gefordert, berichtet der „Spiegel“ (Samstag) unter Berufung auf interne Dokumente. Als Grund wurde eine „exorbitante Steigerung des Geschäftsvolumens“ genannt. Eine „zeitnahe Bearbeitung“ der Anträge sei „nicht (mehr) möglich“. Die Koalition bewilligte dem BAMF zunächst jedoch nur 300 neue Stellen.

Anfang August 2014 schrieb demnach der damalige BAMF-Chef Manfred Schmidt an das Bundesinnenministerium von Thomas de Maizière (CDU): „Die bewilligten 300 Stellen werden nicht ausreichen, den gegenwärtigen starken Anstieg zu bewältigen.“ Kurz darauf rechnete Schmidt vor: Für das Jahr 2015 würden 1440 Stellen benötigt. Ein BAMF-Sprecher bestätigte, dass die Behörde mehrmals mehrere Hundert neue Stellen gefordert hatte.

Doch erst im Mai dieses Jahres, bei einem Flüchtlingsgipfel im Kanzleramt, kam die Zusage, das BAMF deutlich besser auszustatten. Im November legte der Bundestag bei den Etatverhandlungen nochmals nach: Nun sollen bis Ende 2016 rund 3700 weitere Mitarbeiter eingestellt werden. BAMF-Chef Schmidt hatte jedoch bereits im September um seine Ablösung gebeten.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Türkei fordert erneut Absage von „illegalem“ Kurden-Referendum
Die Türkei hat die kurdische Führung im Nordirak erneut zur Absage des geplanten Unabhängigkeitsreferendums aufgefordert und andernfalls mit Konsequenzen gedroht.
Türkei fordert erneut Absage von „illegalem“ Kurden-Referendum
Istanbuls Bürgermeister Topbas tritt nach 13 Jahren zurück
Nach 13 Jahren im Amt ist der Bürgermeister von Istanbul, Kadir Topbas, zurückgetreten. Der 72-jährige AKP-Politiker machte am Freitag keine Angaben zu den Gründen für …
Istanbuls Bürgermeister Topbas tritt nach 13 Jahren zurück
21 Flüchtlinge vor türkischer Schwarzmeerküste ertrunken
Auf dem Weg von der Türkei in die EU wählten Flüchtlinge einst vor allem die Route über die Ägäis. Inzwischen scheinen sie zunehmend auf das Schwarze Meer auszuweichen - …
21 Flüchtlinge vor türkischer Schwarzmeerküste ertrunken
Angela Merkel in München: Kanzlerin gnadenlos ausgepfiffen
Wahlkampf-Hölle für die Kanzlerin in München. Angela Merkel wurde am Freitag auf dem Marienplatz massiv ausgebuht. Zum Ticker vor der Bundestagswahl 2017.
Angela Merkel in München: Kanzlerin gnadenlos ausgepfiffen

Kommentare