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US-Bundesstaat Mississippi: Geschichte, Politik, Bevölkerung und Geografie

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Eine Flagge des Bundesstaates Mississippi weht vor dem Kapitol in Jackson.
Mississippis Flagge war aufgrund der Geschichte und der Rolle des US-Bundesstaats im Amerikanischen Bürgerkrieg lange Zeit umstritten. © picture alliance/Suzi Altman/ZUMA Wire/dpa

Mississippi blickt als kleiner Bundesstaat im Süden der USA und östlich des gleichnamigen Mississippi Flusses gelegen auf eine lange Geschichte zurück.

Mississippi: Gründung, Geschichte und Flagge des US-Bundesstaats

Jackson, Mississippi – Vor Beginn des 18. Jahrhunderts bewohnten überwiegend Indianerstämme das heutige Gebiet des US-Bundesstaats Mississippi. Nach der Ankunft französischer Siedler war die Geschichte Mississippis dann allerdings von kämpferischen Auseinandersetzungen zwischen beiden Parteien geprägt. Dabei wurde im Jahr 1729 das indianische Volk der Natchez fast ausgerottet. Mit der Ankunft der Briten kamen zahlreiche weitere Siedler hinzu.

Am 10. Dezember 1817 wurde der US-Bundesstaat Mississippi offiziell gegründet und war als 20. Mitglied bis zum Beginn des Sezessionskriegs Bestandteil der Union. Während des Amerikanischen Bürgerkriegs von 1861-1865 kämpfte Mississippi an der Seite der Konföderierten Staaten für den Erhalt der Sklaverei. Auch im 20. Jahrhundert war Mississippi von Rassenunruhen geprägt, bei denen zahlreiche Schwarze getötet wurden. Lange Zeit war die Kriegsflagge der Konföderierten Staaten ein Teil der Flagge von Mississippi. Erst im Juni 2020 nach 126 Jahren wurde dann im Zuge der landesweiten „Black Lives Matter Proteste“ schließlich der Entwurf einer neuen Flagge beschlossen.

Mississippi: Wirtschaft und geografische Lage

Mississippis Wirtschaft befindet sich im Vergleich zu den anderen US-Bundesstaaten in einer sehr schwachen Position. Das Bruttoinlandsprodukt liegt deutlich unter und die Arbeitslosenquote deutlich über dem nationalen Durchschnitt. Allerdings hat Mississippi auf der anderen Seite auch die niedrigsten Lebenshaltungskosten des Landes. Nach wie vor zählen Öl- und Gasförderung neben der Agrarwirtschaft zu den wichtigen Wirtschaftssektoren.

Der US-Bundesstaat ist geprägt durch seine überwiegend flachen Gebiete mit Ausnahme einiger Erhebungen im Nordosten. Als geografisches Herz der Südstaaten ist Mississippi umgeben von Tennessee im Norden, Arkansas und Louisiana im Westen sowie Alabama im Osten. Im Süden grenzt Mississippi an den Golf von Mexiko. Aufgrund seiner geografischen Lage wird der Südstaat immer wieder von Wirbelstürmen heimgesucht. Auch Hurrikan „Katrina“ führte im Jahr 2005 zu erheblichen Schäden mit schwerwiegenden Folgen für Mississippi.

Mississippi: Bevölkerung und wichtige Städte

Neben der 1822 gegründeten Hauptstadt Jackson mit mehr als 170.000 Einwohnern im Osten Mississippis zählen Gulfport, Southaven Hattiesburg, Biloxi und Meridian zu den nächst größeren Städten mit jeweils über 40.000 Einwohnern. Der US-Bundestaat zählt insgesamt eine Bevölkerung von knapp 3 Millionen Einwohnern, von denen 57,3% Weiße sowie 37,5% Schwarze und Afroamerikaner sind.

Politik in Mississippi: Hochburg der Republikaner

Sowohl gesellschaftlich als auch politisch gilt Mississippi als US-Bundesstaat aus dem tiefen Süden als konservativ. Das zeigt sich auch im Hinblick auf das gute Abschneiden der Republikaner in Mississippi während der letzten Präsidentschaftswahlen:

Einer Umfrage zufolge gilt Mississippi sogar als konservativster aller US-Bundesstaaten. Dabei bezeichnen sich über 50 Prozent der Befragten selbst als konservativ.

Darüber hinaus sollte im Jahr 2012 die letzte Einrichtung für die Durchführung von Abtreibungen in Mississippi geschlossen werden, was nach Klage durch ein US-Bundesgericht gekippt wurde. Weiterhin kann in Mississippi die Todesstrafe verhängt werden. Diese kam das letzte Mal im Jahr 2012 mit insgesamt sieben Hinrichtungen zur Anwendung.

Mississippi wird aktuell von den beiden Republikanern Cindy Hyde-Smith und Roger Wicker im Senat vertreten. Auch in das US-Repräsentantenhaus entsendet Mississippi mit drei Republikanern und einem Demokraten eine konservative Mehrheit. Für die Wahlen zur US-Präsidentschaft stellt Mississippi insgesamt sechs Wahlmänner.

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