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„Schreiben ist bizarr“

Mit diesem Brief gab Trump Nordkorea einen Korb - Siko-Chef: „Meister des Zerstörens“

Via Twitter hat Trump den Brief veröffentlicht, mit dem er den geplanten Gipfel mit Kim Jong Un absagte. Siko-Chef Ischinger bezeichnet das Schreiben als „bizarr“ und Paradebeispiel schlechter Diplomatie.

Präsident Donald Trump hat via Twitter den Brief veröffentlicht, mit dem er Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un darüber informierte, dass er den geplanten Gipfel plassen lässt. Trump schreibt darin, er habe sich zwar sehr auf das Treffen gefreut. Leider habe Nordkorea jedoch in seinen letzten Statements „enormen Ärger und offene Feindseligkeit“ erkennen lassen, er halte deswegen ein Treffen zum jetzigen Zeitpunkt für unangemessen. Die Führung des kommunistischen Regimes hatte zuvor Äußerungen von US-Vizepräsident Mike Pence als „ignorant und dumm“ bezeichnet.

Trump drohte Nordkorea in seinem Brief außerdem mit den Atomwaffen der USA. „Sie reden über Ihre nukleare Bewaffnung“, schrieb er. „Aber unsere sind so massiv und so mächtig, dass ich zu Gott bete, dass sie nie angewendet werden müssen.

Chef der Sicherheitskonferenz kritisiert Trump scharf

Der Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, hat US-Präsident Donald Trump für die Absage des Gipfeltreffens mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un scharf kritisiert. Trump trete wie schon bei seiner Aufkündigung des Iran-Atomabkommens „als Meister des Störens und Zerstörens auf“, sagte Ischinger der „Bild“-Zeitung (Freitag). „Und den Beweis, dass er mit seiner Unberechenbarkeit mehr Erfolg hat als ernsthafte Verhandlungen und politische Kompromisse, den ist er bisher schuldig geblieben.“ Der frühere deutsche Botschafter in Washington befand: „So gesehen steht Trump derzeit außenpolitisch mit leeren Händen da.“

Lesen Sie auch: Nach Trumps Gipfel-Absage: Nordkorea gibt sich diplomatisch - spricht aber eine Warnung aus

Es sei zu hoffen, dass die Gesprächsabsage immerhin „die Rückkehr zum diplomatischen Realismus“ ermögliche. „Die Vorstellung, man könne mit einem einzigen Treffen Nordkorea zur Aufgabe seinen gesamten Nuklear- und Rüstungsprogramms bewegen, war von Anfang an Illusion.“

Trump hält sich Kehrtwende offen

Trump hatte das für den 12. Juni geplante Treffen mit Kim am Donnerstag zwar abgesagt, kurz darauf sagte der US-Präsident aber, er halte ein Treffen mit Kim weiter für möglich. Es gebe auch nach der Absage die Chance, dass der Gipfel wie geplant stattfinde. Auch ein späteres Treffen sei denkbar.

Ischinger bezeichnete Trumps Schreiben an Kim auf Twitter als „bizarr“. Der Brief werde in Zukunft sicher weltweit in diplomatischen Akademien als schlechtes Beispiel behandelt werden. Das Weiße Haus hatte den Brief veröffentlicht.

Auch interessant: Kim Jong Un lässt Atomtestgelände in Nordkorea sprengen

dpa/afp

Rubriklistenbild: © Screenshot Donald Trump @Twitter

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