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Leitender Redakteur Ressort Politik: Alexander Weber

Guterres wird neuer UN-Generalsekretär

Kommentar: Hoffnung – in engen Grenzen

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Mit der Nominierung des Portugiesen Antonio Guterres als Generalsekretär verbinden sich viele Hoffnungen  -  doch die UN müssen sich dringend reformieren. Ein Kommentar   

Seien wir ehrlich: Im Kampf gegen die Kriegsfurie im Nahen und Mittleren Osten und dem Bemühen um die Eindämmung der weltweiten Flüchtlingsströme wirkte der scheidende UN-Generalsekretär Ban Ki Moon wie die Personifizierung der Ohnmacht und Hilflosigkeit der Vereinten Nationen insgesamt. Das lag nicht nur an der diplomatisch zurückhaltenden Art des Südkoreaners, sondern auch an den Realitäten innerhalb der UN-Organisation selbst. Ob der künftige Chef am New Yorker East River, der Portugiese Antonio Guterres, daran wirklich wird etwas ändern können?

Immerhin: Die plötzliche Harmonie der Veto-Mächte in Zeiten zunehmender Konfrontation könnte auch ein Indiz dafür sein, dass Guterres zumindest über jene Qualität verfügt, die in dieser brandgefährlichen Phase erforderlich ist: als ehrlicher Makler zwischen den politischen Welten gelten zu können. Guterres ist nicht nur vielsprachig und gut vernetzt, er gilt auch als ausgebuffter Verhandler. Und: Der langjährige Chef des UN-Flüchtlingshilfswerks kennt sich mit dem Mega-Problem Migration besser aus als viele andere. Das weckt zumindest Hoffnung.

Doch dem Portugiesen sind im neuen Amt Grenzen gesetzt. Leider gilt die alte Frage Stalins „Wie viele Bataillone hat der Papst?“ auch für das politische Gewicht des UN-Generals. Man soll die Kraft des Wortes auf der Bühne der Weltöffentlichkeit nicht unterschätzen. Aber wenn es Guterres nicht gelingt, Verbündete zur Steigerung der Autorität der Blauhelm-Truppen zu finden und den Sicherheitsrat vom Status Quo der Nachkriegszeit in die moderne Welt zu katapultieren, wird auch er scheitern.

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