+
Das Flüchtlingshilfsschiff Iuventa der Hilfsorganisation "Jugend Rettet" nimmt im Mittelmeer Flüchtlinge an Bord. Nach Angaben der italienischen Polizei sind auf den Bildern auch Schlepper zu sehen.

Italien beschlagnahmt Schiff

Mit Schleppern kooperiert? Schwere Vorwürfe gegen deutsche Flüchtlingsretter

Anstatt Flüchtlinge in Seenot zu retten, soll die Organisation „Jugend rettet“ mit Schleppern kooperiert haben. Italien beschlagnahmte das Schiff, das Auswärtige Amt ist eingeschaltet.

Nach der Beschlagnahme des Schiffs „Iuventa“ der deutschen Hilfsorganisation Jugend Rettet hat die italienische Polizei Mitschnitte von abgehörten Unterhaltungen der Crew veröffentlicht. Dabei ist unter anderem zu hören, wie darüber geredet wird, den Behörden keine Fotos zu geben, auf denen Menschen identifizierbar sind. Die Behörden werfen der NGO damit auch mangelnde Kooperation vor.

Vorwurf der Begünstigung illegaler Migration

Das Schiff der Seenotretter war am Vortag beschlagnahmt worden. Die Staatsanwaltschaft im sizilianischen Trapani ermittelt wegen des Vorwurfs der Begünstigung illegaler Migration. Der Anwalt der Organisation will juristisch gegen die Beschlagnahme des Schiffs sowie von Dokumenten und eines Computers vorgehen, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa.

Die veröffentlichten Mitschnitte legten nahe, dass Jugend Rettet nicht die Absicht habe, die Aufklärungsarbeiten zu erleichtern, heißt es in einer Polizeimitteilung. Wann genau die Unterhaltung stattfand und zwischen wem genau, gab die Polizei nicht bekannt.

Auswärtiges Amt: „Beobachten Lage vor Ort“

„Wir beobachten die Lage vor Ort, stehen mit den betroffenen Deutschen in Kontakt und stehen - so gewünscht - für eine konsularische Betreuung zur Verfügung“, hieß es aus dem Auswärtigen Amt. Die innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag, Ulla Jelpke, forderte von Italien die Freigabe der „Iuventa“. „Jeder Tag, an dem die Iuventa nicht auslaufen kann, ertrinken noch mehr Menschen im Mittelmeer.“

Vorwurf: Flüchtlinge von Schleppern übernommen

Jugend Rettet fährt seit 2016 Rettungseinsätze im Mittelmeer, die Organisation hat ihren Sitz in Berlin und finanziert sich aus Spenden. Die Organisation hat die Vorwürfe zurückgewiesen. Man wolle sich nicht an Spekulationen beteiligen und sammele nun erst alle relevanten Informationen, twitterte Jugend Rettet in der Nacht zum Donnerstag. „Wir hoffen, bald mit den italienischen Behörden in Kontakt zu sein. Für uns ist und wird die Rettung von Menschenleben Top-Priorität sein.“ Ein Vorwurf lautet, die Retter hätten Migranten im Beisein von Schleppern an Bord genommen.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Bundesregierung blickt sorgenvoll auf Brexit-Verhandlungen
Die Brexit-Verhandlungen kommen in entscheidenden Punkten nicht voran. Ist der Regierung in London bewusst, was sie mit einem Scheitern riskiert? In Brüssel wird man …
Bundesregierung blickt sorgenvoll auf Brexit-Verhandlungen
CSU-Politiker auf Distanz zu Seehofer
Der CSU-Chef muss wegen seiner Flüchtlingspolitik scharfe Kritik einstecken. EKD-Chef Bedford-Strohm erinnert die Partei an die christlichen Grundwerte. Und auch in der …
CSU-Politiker auf Distanz zu Seehofer
Trump lädt Putin ins Weiße Haus ein
Ex-Präsident Obama war ein Einfaltspinsel, und nur er, Donald Trump, kann zum schlimmsten Alptraum von Kremlchef Putin werden. Drei Tage musste Trump nach dem …
Trump lädt Putin ins Weiße Haus ein
Merkel: Vertrauen verloren durch rüde Töne im Asylstreit
Die Kanzlerin macht demnächst ein paar Tage Urlaub. Doch bevor sich die vom Streit mit Seehofer gezeichnete Regierungschefin eine Auszeit gönnt, gibt sie noch einmal den …
Merkel: Vertrauen verloren durch rüde Töne im Asylstreit

Kommentare