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Die ARD-Journalistin Sandra Tzschaschel bei ihrem „Mittagsmagazin“-Kommentar.

Frust im Mittagsmagazin

Als Klimasünderin abgestempelt: ARD-Journalistin fühlt sich wegen SUV „am Pranger“

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Die deutsche Politik sucht Maßnahmen gegen den Klimawandel. Doch wo sollte man ansetzen? Beim Auto? Eine ARD-Journalistin sieht sich wegen ihres SUVs jedenfalls nicht in der Schuld - ihr Kommentar tritt eine Debatte los.

Berlin - Der Klimawandel ist buchstäblich das heißeste Thema des Sommers. Seit Wochen streitet die Nation über CO2-Steuer, Emissionen durch Inlandsflüge, die Forderungen der Fridays-For-Future-Bewegung und Bahnpreise, über Dürren und Hitzewellen - teils auch über die Existenz des menschengemachten Klimawandels als solchen.

Groß scheint auf jeden Fall der Druck, den CO2-Ausstoß zu reduzieren. Das führt zu Kurswenden bei Parteien wie der CSU. Die Partei Markus Söders hat erst am Freitag Eckpunkte für ein neues Klimakonzept vorgestellt, das das Fliegen verteuern und die Belastungen bei der Kfz-Steuer neu sortieren soll, wie Merkur.de* berichtete. 

Klare politische Maßnahmen sind indes noch rar. Gestritten wird in Berlin unter anderem darüber, ob Deutschland selbst in Vorleistung gehen sollte - oder ob erst andere Länder tätig werden müssen. Eine Debatte, die sich auf bemerkenswerte Weise nun auch auf persönlicher Ebene wiederholt. Ein Beispiel lieferte am Montag ein heiß diskutierter Kommentar aus dem ARD-“Mittagsmagazin“.

Klimawandel: Journalistin bekennt sich im ARD-Mittagsmagazin zum SUV

Denn offenbar führt der Klima-Streit auch zu Frust bei einigen Bürgern. Eine ARD-Journalistin hat im „Mittagsmagazin“ ihrem Ärger Luft gemacht. Ihren Kommentar eröffnete die hr-Journalistin Sandra Tzschaschel mit einem Bekenntnis: „Ich fahre selber einen SUV und das gerne“, sagte sie - und nahm diese Feststellung zum Ausgangspunkt für eine Reihe von Vorwürfen an ihre Mitmenschen und die Politik in Deutschland. „Was mich nervt, ist, dass deshalb jeder - auch die Politik - denkt, mich beschimpfen zu können, als Klimasünderin abzustempeln.“

Niemand kenne ihre persönliche Klimabilanz, SUV hin oder her, beklagte sich Tzschaschel. Fragen wie „Schwanzverlängerung, oder was? Ist dir das Klima egal?“ müsse sie sich dennoch anhören. Sie nahm eine andere Gruppe ins Visier - ohne freilich die Klimabilanz derer Mitglieder im Einzelnen zu kennen: Vorwürfe kämen gar von Menschen, die bereits drei Flugreisen in diesem Jahr gebucht hätten, ärgert sich die Journalistin.

Der Klimawandel hat einen kritischen Punkt erreicht. Der Weltklimarat in Genf schellt die Alarmglocken. Das Extremwetter wird die Nahrungsmittelproduktion beeinflussen.

Video: Warum werden immer mehr SUV gekauft?

SUV und der Klimawandel: Kommentatorin wird im ARD-“Mittagsmagazin“ grundsätzlich

Dann wird Tzschaschel, die auch für „Tagesthemen“ und „Tagesschau“ im Einsatz ist, grundsätzlich: „Wir stellen derzeit jeden an den Pranger. Wutschnaubend meinen wir, die einzig wahren Klimasünder ausmachen zu können - und das am Automodell.“ Und weiter: „Wir leben in einer merkwürdigen Zeit mit viel Verachtung für persönliche Entscheidungen.“ Der Politik diene diese Haltung, meint sie: Solange sich „Verbraucher gegenseitig anpöbeln“ müsse man sich in Berlin nicht auf wegweisende Lösungen einigen.

In den User-Reaktionen unter dem Clip brachen auf Twitter und Facebook schnell heftige Debatten los. „Oh Gott, was für ein Selbstmitleid. Und ein netter Versuch das Sankt Florians Prinzip anzuwenden“, ärgerte sich ein Twitter-User etwa. „Meine Meinung ist, dass du dir da schön was zurechtgebastelt hast“, heißt es in einem Facebook-Kommentar.

Hitzewelle und Klimawandel in Deutschland: Heiße Debatte - Klare Lösungen nicht in Sicht

Doch auch Zustimmung fand sich reichlich. „Die Journalistin hat mir aus dem Herzen gesprochen und .... übrigens, ich habe KEINEN SUV“, kommentierte eine Nutzerin. Es sei „erschreckend, wie viele Menschen sich inzwischen ein Urteil über andere erlauben, ohne geringste Reflexion“, beklagte sich ein anderer. „Es ist nun mal so, dass wir uns diesen Luxus nicht mehr leisten können“, lautete die Erwiderung.

Auch über Gefahren im Straßenverkehr durch SUV und die Existenz des Klimawandels wurde hitzig gestritten. Einer Lösung näher gekommen schienen die Kommentatoren in den sozialen Netzwerken indes nicht - klar ist nur, dass das Thema Klimaschutz polarisiert. Erst Mitte Juli hatte ein „Tagesthemen“-Kommentar für ähnlich emotionale Reaktionen gesorgt. Damals hatte sich eine Journalistin für höhere Flugpreise ausgesprochen

Wenige Tage später ging der Kommentar eines WDR-Redakteurs in den Tagesthemen in eine ähnliche Richtung - er forderte, Autofahren, Fleisch essen und Fliegen teurer zu machen. Darüber lästerte sogar ein ZDF-Kollege.

Bei diesem Thema immerhin scheint es Bewegung zu geben: Mehrere Parteien fordern Anpassungen bei Flugpreisen und dem Reiseverhalten von Staatsbediensteten. Und auch eine Mehrwertsteuer-Senkung für Fernreisen mit der Bahn scheint in greifbare Nähe zu rücken. Ein Bergsteiger hat unterdessen Alarm wegen eines drastischen Anzeichens für Veränderungen im Klima geschlagen.

Passend zum Thema Klimawandel präsentiert sich auch das Wetter in der ersten Augustwoche mit einem wechselhaften Auf und Ab. Ebenfalls hohe Temperaturen herrschen im Moment im Norden der USA. In Alaska sind zwei deutsche Urlauber und ein Guide in einem Gletschersee ums Leben gekommen.

fn

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