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Beschlagnahmtes Heroin in der Stadt Herat.

Afghanische Regierung: Bundeswehr muss gegen Drogenhandel kämpfen 

Kabul - Die afghanische Regierung hat einen Einsatz der Bundeswehr gegen den grassierenden Drogenanbau in Afghanistan gefordert. Das verbietet bislang das Bundestags-Mandat.

“Ob es Terroristen sind oder Menschen, die mit Drogen Geld verdienen - das sind dieselben Netzwerke“, sagte der Minister für Drogenbekämpfung, General Khodaidad, dem ARD-Hörfunkstudio Südasien. “Deutsche Soldaten und NATO-Truppen müssen diese ins Visier nehmen, sie sollten sich davor nicht drücken.“ Deutschen Soldaten ist das gezielte Vorgehen gegen Anbau und Handel von Drogen durch das Bundestags-Mandat ausdrücklich untersagt.

Ein afghanischer Polizist vor brennenden Drogen.

Khodaidad lobte zwar den Einsatz der Bundeswehr im Norden Afghanistans. Bei der Drogenbekämpfung unternähmen die Deutschen aber wenig. “Wir brauchen mehr Hilfe“, sagte der Minister. “Wir erwarten mehr Unterstützung.“ Der Kampf gegen den Opiumanbau liege nicht nur in der Verantwortung seiner Regierung. “Das Opium aus Afghanistan landet direkt auf europäischen Straßen“, betonte Khodaidad. Drogen seien zudem “der Kraftstoff für den Terrorismus“. Mit den illegalen Erlösen finanzierten sich Aufständische wie die Taliban.

Die NATO hat es den Truppenstellern der Internationalen Afghanistan-Schutztruppe ISAF inzwischen freigestellt, ob sie sich militärisch im Kampf gegen Drogen engagieren. Deutschland lehnt das anders als etwa die USA oder Großbritannien ab, um die Soldaten nicht zusätzlich zu gefährden. Afghanistan ist der weltweit größte Produzent von Rohopium, dem Grundstoff für Heroin. Im vergangenen Jahr war das Land erneut für mehr als 90 Prozent der globalen Opiumproduktion verantwortlich. Die Anbaufläche für Schlafmohn war aber erstmals seit Jahren zurückgegangen.

Khodaidad verwies auf die Fortschritte. “Im Jahr 2008 waren 18 von 35 afghanischen Provinzen opiumfrei“, sagte er. In diesem Jahr solle in drei oder vier weitere Provinzen kein Schlafmohn angebaut werden. Die Anbaufläche konzentriert sich vor allem auf Provinzen, in denen die Taliban starken Einfluss haben.

dpa

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