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Bei den Krankenkassen wird ein Milliardenloch befürchtet.

Auswirkungen der Wirtschaftskrise

Milliardenloch bei Krankenkassen befürchtet

Berlin - Nach monatelangem Rätselraten wollen Experten an diesem Donnerstag vorläufige Klarheit über die Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf die gesetzliche Krankenversicherung schaffen.

Hinter verschlossener Tür berechnen dazu Finanzfachleute im sogenannten Schätzerkreis unter anderem, was Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit für die Beitragseinnahmen bedeuten. Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) geht von einem Minus von rund drei Milliarden Euro gegenüber den Prognosen vom vergangenen Herbst aus. Dies hatte sie bereits vor Tagen gesagt.

Der Gesundheitsfonds, in den sämtliche Beiträge an die gesetzlichen Krankenkassen fließen, hat ein Gesamtbudget von rund 167 Milliarden Euro. Die Bundesregierung will Beitragsausfälle durch ein Darlehen aus dem Bundeshaushalt ausgleichen. Der Gesundheitsfonds soll das Darlehen 2011 zurückzahlen. Deshalb hat die Berechnung des Schätzerkreises Auswirkungen für die Steuerzahler - zunächst aber nicht für die Beitragszahler. Zusatzbeiträge einzelner Kassen werden wegen der Einnahmeausfälle in diesem Jahr nicht fällig.

Die Finanzexperten wollen aber auch eine Vorhersage über die Ausgaben der Kassen für Ärzte, Kliniken und Arzneimittel in diesem Jahr treffen. Auch hier gehen Beobachter von einer Steigerung gegenüber der jüngsten offiziellen Schätzung aus. Dies könnte zu Zusatzbeiträgen bei einzelnen Kassen führen.

Der Vorsitzende des Ersatzkassenverbands vdek, Thomas Ballast, sagte der Deutschen Presse-Agentur dpa in Berlin, auf jeden Fall müsse die Ausgabenentwicklung auch in den kommenden Monaten aufmerksam beobachtet werden. Besorgt äußerte sich Ballast, dass die Einnahmefälle durch ein Darlehen abgedeckt werden sollen. Er sprach sich für die Umwandlung in einen Zuschuss aus. Andernfalls führe die Belastung mittelfristig dazu, dass der Einheitssatz steigen oder Kassen Zusatzbeiträge erheben müsse.

Im Schätzerkreis sind Experten des Bundesgesundheitsministeriums, des Bundesversicherungsamts und des Spitzenverbandes der Krankenversicherung versammelt.

dpa

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